18. November 2021
Gisela Friedrichsen

Gleiche Rechte, gleiche Pflichten: Zwei Polizistinnen flüchteten, als ein Autofahrer auf ihren Kollegen zu schiessen begann. Nun wurden sie verurteilt

Es wird Ihnen, verehrter Krimi-Freund, sicher schon aufgefallen sein: Mankells Wallander ist out, als dement entsorgt.

Wo einst Rabauken wie Schimanski oder Herren wie «Derrick» oder «Der Alte» die TV-Szene bestimmten, tummeln sich heute ihre Enkelinnen: Kommissarinnen jagen Verbrecher, Polizistinnen greifen düsteren Blicks zur Waffe, während sich hinter ihnen der Kollege duckt.

Schiessen müssen die Damen aber meist nicht. Denn diesen Job erledigt ein männlicher Beamter, der wie ein deus ex machina aus der Kulisse tritt. Worauf ihm die Kollegin an die Brust sinkt.

Mit dem Schiessen oder gar Töten ist es so eine Sache.

Im Rechtsstaat liegt das Gewaltmonopol in den Händen des Staates, egal, ob diese einem Männlein oder Weiblein gehören.

Daher sind in Nordrhein-Westfalen jetzt zwei Polizistinnen zu jeweils einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden, weil sie davongelaufen waren, statt den Kollegen beizuspringen, als ein Autofahrer bei einer Kontrolle auf sie zu schiessen begann.

Frauen sind zwar irgendwie anders, aber weder bessere noch wertvollere Menschen.

Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.

Oder wollen wir uns etwa damit herausreden, dass wir im Ernstfall doch lieber das schwache Geschlecht sind?

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6 Kommentare zu “Gleiche Rechte, gleiche Pflichten: Zwei Polizistinnen flüchteten, als ein Autofahrer auf ihren Kollegen zu schiessen begann. Nun wurden sie verurteilt”

  • Fischkopp sagt:

    Als Mensch, der mit einer sensiblen Wahrnehmung durchs Leben geht, sollte einem doch auffallen, dass Frauen in dieser Hinsicht - im Integral über ihre Gesamtheit - ganz anders ticken als Männer. Die Ursachen dafür liegen wohl eher in den Genen als in der Sozialisierung, daran ändert auch die rücksichtslose und widernatürliche Gleichmacherei nix. Man - und wohl ganz besonders eine Frau - sollte sich schon genau überlegen, ob man bereit ist sich als Polizist notfalls ins Kreuzfeuer zu begeben.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Kein Wunder. daß viele Nafris (polizeiinterner Sprachgebrauch für: Nordafrikaner) so gar keinen Respekt vor Frauen im Allgemeinen, bzw. vor weiblichen Amtspersonen im Besonderen haben. Müßte ich, wenn ich mal gezwungen wäre, die "110" zu wählen, extra erwähnen "aber bitte schicken Sie bitte auf alle Fälle Männer" ?

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    • Propagandastaatsfunk sagt:

      @AntonHofnarr wenn Sie sich bei den Querdenkern einen Namen gemacht haben den die Polizei kennt, dann kommen die prügelnden Ordnungshüter gar nicht sondern legen bei einem Notruf, über die 110, einfach auf, wie bei Frau Eva Rosen passiert.

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  • Der Michel sagt:

    Die juristische Strafe ist das eine; der Schaden, den ihr Ansehen im Kollegium genommen hat dürfte schwerer wiegen. Ich jedenfalls hätte kein gutes Gefühl dabei, mit solchen Heldinnen auf Streife zu gehen. Aber die Potzilei benötigt derzeit ja zunehmend "Streifende", die die Einhaltung der xG-Regeln Restaurants (sicherheitshalber mit verbrieft gutbürgerlicher Küche, wegen Rassismus und so) heldenhaft durchsetzen und Rentner auf den öffentlichen Plätzen kontrollieren. Da sind die Damen brauchbar.

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  • kaercher sagt:

    Für manche - auch für höhere - Aufgaben im Staat und in Führungspositionen ist eben Mut gefragt, und der ist bei der Sozialisierung der Damenriege nicht immer hinreichend geübt worden… Vive l‘égalité!

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