22. Oktober 2021
Zara Riffler

Zensur wie aus dem Bilderbuch: Linke rufen dazu auf, die Frankfurter Buchmesse zu boykottieren. Der Grund ist ein «rechter Verlag»

Wie frei dürfen die Gedanken auf einer Buchmesse sein?

Wenn es nach Linken geht: Gar nicht!

Eine Aktivistin aus der linken Autorenszene hat wegen eines «rechten Verlages» ihren Besuch auf der Frankfurter Buchmesse abgesagt. Ihre Gefolgschaft rief sogar zum Boykott der Messe auf. 

Der betroffene Verlag wird rechtsaussen eingeordnet wird, hat aber noch nie gegen ein Gesetz verstossen.

Trotzdem: Für Linke zählt nicht, dass die Buchmesse ein Ort der Demokratie ist, wo alle Meinungen geteilt werden, die sich im Rahmen der Rechtsordnung bewegen. 

Was die linke Szene als persönlich unerträglich findet, soll gefälligst beseitigt werden. Und zwar sofort. 

Die Linken halten unsere Demokratie nicht mehr aus, weshalb sie Orte der Zensur schaffen wollen: Eine Diskurshoheit in Medien und Universitäten haben sie bereits errungen. 

Nun ist die Buchmesse dran, die seit Jahren versucht wird, von «rechten Autoren» zu befreien. Uwe Tellkamp könnte ein Lied davon singen, den harmlosen Schriftsteller traf es 2018.

Und was ist mit «linken Autoren»?

Die haben den Persilschein – natürlich. 

Egal wie radikal sie sind: Links ist immer das Gute, rechts immer das Böse.

Und mit der Boykottaktion bedienen sie genau dieses Stigma weiter: Die Linken stilisieren sich als Helden hoch, indem sie uns vor dem Bösen retten.

Nur: Wer böse ist, entscheiden die Guten. 

Das klingt wie der Buchtitel eines schlechten Romans.

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1 Kommentar zu “Zensur wie aus dem Bilderbuch: Linke rufen dazu auf, die Frankfurter Buchmesse zu boykottieren. Der Grund ist ein «rechter Verlag»”

  • Der Michel sagt:

    Das Problem sind die Linken nur bedingt - viel schlimmer ist das Mitläufertum der Gesellschaft. Ich wiederhole mich, aber trotzdem: Am Mitläufertum lag's "damals", am Mitläufertum liegt auch der Corona- und Impf-Irrsinn heute.

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