15. Oktober 2021
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Ralf Schuler

Zapfenstreich in Berlin: Jan Böhmermann und Co. wettern über die Würdigung der Bundeswehr. Manche Reflexe ändern sich nie

Manche Reflexe funktionieren noch. Auf eines kann man sich in einer unübersichtlichen Welt dann doch noch verlassen: Auf linken und amtskirchlichen Protest gegen die Würdigung der Bundeswehr.

Ein «militaristisches Ritual» aus Preussen und der NS-Zeit, sei der Zapfenstreich für die Afghanistan-Heimkehrer der Bundeswehr am Mittwochabend in Berlin, wettert der Alt-Grüne Christian Ströbele (82) auf Twitter, den Fackeln vor dem Reichstag offenbar mehr stören, als abgefackelte Autos, mit denen Kreuzberger Autonome ihre Wagenburgen «verteidigen».

Der lustige Jan Böhmermann findet «Fackelmärsche von Uniformierten vorm Reichstag richtig, richtig scheisse. Egal, aus welchem Anlass» und stellt die Bundeswehr damit leichtfüssig in die Tradition von NSDAP und SED.

Und evangelische Pastoren fordern das Fernbleiben der ihrer Kirchenspitze und regen stattdessen lieber eine «Nachdenk-Veranstaltung» über Afghanistan an. Geschenkt, dass die Alliierten ehedem auch Mitarbeiter der christlichen NGO «Shelter Now» vor der Steinigung in Kabul bewahrten…

Nur das Grünflächenamt Berlin-Mitte, das bislang Vereidigungen vor dem Reichstag mit Verweis auf die Rasenflächen verbieten liess, muss diesmal gepennt haben. Das ist dann doch ein wenig verstörend.

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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1 Kommentar zu “Zapfenstreich in Berlin: Jan Böhmermann und Co. wettern über die Würdigung der Bundeswehr. Manche Reflexe ändern sich nie”

  • AntonHofnarr sagt:

    Ströbele, ausgerechnet dieser Linksanwalt Ströbele, der 1975 aus der SPD rausgeschmissen wurde, weil er in einem Brief an die Baader-Meinhof-Bande (später verharmlosend als 'RAF' bezeichnet) diese Terrorverbrecher mit "liebe Genossen" ansprach, beweist eindrucksvoll, daß Alter nicht unbedingt mit Weisheit verbunden sein muß. Mittlerweile ist es ja vergleichsweise still um ihn geworden, aber auch das Wenige, was man noch von ihm hört, ist nach wie vor und unverändert Mist hoch drei.

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