17. November 2021
Henryk M. Broder

Wie bringt man «Impfverweigerer» dazu, dass sie sich impfen lassen? Ein Verfassungsrechtler denkt laut über eine «Zwangsvollstreckung» nach

In diesen Tagen muss man mit allem rechnen.

Vor kurzem wurden Zögerer mit «niederschwelligen Angeboten», zum Beispiel mit einer kostenlosen Bratwurst, in die Impfzenten gelockt, wenig später mussten diese mangels Nachfrage geschlossen und bald darauf wieder aufgemacht werden, um die anrollende «vierte Corona-Welle» beizeiten zu brechen.

Jetzt stehen Tausende vor den Impfzentren Schlange, mancherorts ist der Impfstoff bereits alle. Zu sagen, der deutschen Corona-Politik wohne irgendeine Logik oder Strategie inne, wäre eine arge Übertreibung.

Die Mutter aller Fragen mit Corona-Bezug lautet: Wie bringt man die «Impfverweigerer» dazu, dass sie sich impfen lassen? Immerhin handelt es sich um 15 bis 16 Millionen Menschen, die allen Appellen bis jetzt widerstanden haben. Fast so viele wie die DDR zuletzt Einwohner hatte.

Und an dieser Stelle kommt ein «Verfassungsrechtler» namens Albert Rudolf Christian Graf von Pestalozza ins Spiel: 1938 in Berlin geboren, hat er Jura studiert, wurde promoviert und habilitiert und unterrichtete Staats- und Verwaltungsrecht an der Berliner Freien Universität.

Er werde «für seine Auskunftsfreudigkeit in den Medien geschätzt», liest man über ihn bei Wikipedia.

Zu Recht, wie er neulich in einem Interview mit dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» bewies: Wenn «Bussgelder und bei wiederholten Verstössen auch hohe Zwangsgelder» die Impfverweigerer nicht zur Raison brächten, müssten härtere Mittel zum Einsatz kommen.

Als «letzter Schritt» auch «eine Zwangsvollstreckung» derart, «dass jemand durch die Polizei dem Impfarzt vorgeführt wird».

Die Idee ist nicht neu: Im Dritten Reich hat man «Schwachsinnige» zwangssterilisiert, in der DDR «asoziale Elemente» medikamentös ruhiggestellt.

Albert Rudolf Christian Graf von Pestalozza, Professor Emeritus für Staats- und Verwaltungsrecht, spinnt sie eine Runde weiter.

Die Frage ist nur, ob sich ein Arzt findet, der bereit wäre, eine solche Massnahme zu «vollstrecken».

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23 Kommentare zu “Wie bringt man «Impfverweigerer» dazu, dass sie sich impfen lassen? Ein Verfassungsrechtler denkt laut über eine «Zwangsvollstreckung» nach”

  • curio sagt:

    Wie steht der Autor des Artikels, Herr Broder denn zu diesen Zwangsmaßnahmen? Broder beschreibt doch nur die wilden Allmachtsphantasien von Zwangsvolldtrecker Pestalozzi!- aber selbst scheint Broder meinungslos dazu zu sein- Kein Wort der Kritik, man könnte fast eine stille , geheime Zustimmung darin sehen. Vielleicht irre ich mich auch, aber trotzdem seltsam ...

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    • Bonsai Bea sagt:

      Herr Broder hat sich doch schon mehrfach klar positioniert - so zBsp. in "Broders Spiegel: Lieber Verona statt Corona" auf youtube. Soll er das nun ständig wiederholen - das ist doch nicht nötig.

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    • Sternenkind sagt:

      Etwas seltsam kommt mir ihr Augenmerk auf die fehlende Eigenmeinung von Herrn Broder - das er dieses klar niedergeschrieben hat ist doch perfekt,aussagekräftig sowie unmanipulative Berichterstattung .

      Klar besitz es dennoch seine Handschrift im Hervorheben und dennoch lässt es ungedrückten Platz sich seine eigene Meinung dazu zu bilden.

      Das es ein Professor ist ; also viele Menschen mit seinem Gedankengut füttert ¤oder fütterte¤ und (hin)manipuliert 'e; das ist was mir noch mehr auffällt !!!

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  • minibixi2008 sagt:

    Diese kranken Psychopathen stehen Hitler in nichts nach.
    Warum bloss lassen sich kluge Menschen von solchen Verbrechern erniedrigen.
    Das Vertrauen in die Politik Medien und auch in die Medizin hat sich für immer in Luft aufgelöst.

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  • Bonsai Bea sagt:

    Ich bin wirklich zutiefst erschüttert über solche Äußerungen, wie von diesem "Verfassungsrechtler". Es erinnert mich an das, was meine Familie mir über die Zeit zw. 1938 und 1945 erzählt hat. - Meine beiden Großväter sind im Kampf gegen den Hitlerfaschismus gestorben. Jetzt werde ich als Nazi bezeichnet, weil ich den Umgang mit den Ungeimpften kritisiere. - Unfassbar!
    Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe auch dort immer meine Meinung gesagt. - Niemals hat mich da jemand so diffamiert.

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  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Ich habe durch diesen staatlichen Corona-Faschismus das Vertrauen in jede Impfung verloren, da nicht auszuschließen ist, dass wir mit der nächsten Grippe- oder Tetanusimpfung vielleicht den mRNA Stoff mit geimpft bekommen. Ich traue keinem Arzt mehr, ich traue keinem Ethikrat und MSM mehr, das Vertrauen und die Akzeptanz in die Polizei ist auf Null und ich traue den Politikern nicht mehr, da sie den Bürger als ihren Lakaien behandeln, obwohl sie gewählte Volksvertreter auf befristete Zeit sind.

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    • Der Michel sagt:

      Die Mitglieder des Ethikrats werden zur Hälfte vom Bundestag, zur anderen Hälfte von der Regierung bestellt (oder berufen oder was auch immer). Noch Fragen?

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    • ClaudiaCC sagt:

      Da haben sie völlig recht, wenn sie denen nicht vertrauen ! Übrigens ist es schon geplant, auch andere Impfungen wie die Grippe-Impfung mit der mRNA-Gen-Plörre zu versetzen. Apropos Grippe-Impfung : Vor Jahren liess ich mich mal gegen Grippe impfen, weil mein Arbeitgeber das wollte, darauf kränkelte ich den ganzen Winter vor mich hin. Grippe-Impfung einmal und nie wieder ! Seither kriege ich immer mal eine Grippe, wenige Tage Bettruhe, dann wieder gesund und fit und den Rest des Winters immun.

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  • onckel fritz sagt:

    „..., ob sich ein Arzt findet, der bereit wäre, ... zu vollstrecken“. Fragen Sie doch mal beim Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs, die „Impfverweigerer als frech und gesellschaftlich inakzeptabel“ empfinden. Und für „frech werden“ kann man in Wittstock/Dosse schon mal von sechs Prügelbullen auf einer Coronademo zusammengetreten werden. Irgendein Ärztefunktionär wird schon als Reichsimpfführer antreten.

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    • Der Michel sagt:

      Die finden das klasse.

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    • Sternenkind sagt:

      Alle Ärzte die vorallem dieses impfen und wie Handelsverteter propagieren sind schon heute für mich Mengeles 2.o
      (und um ne Spritze aufzuziehen und in Fleisch zu drücken braucht man noch nicht mal Hauptschulabschluss - geht ja ohne Venenverabreichung.

      Meine Intuition vertraute seit Anbeginn dieser KörperAbstrichGewinnung nicht ....heute hab ich ein Interview gehört mit Putin und blabla und dabei sagte der Partner das es in ca 3 Monaten ne Nasale impfung gäbe....Hilfee ich werde täglich getest

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  • gisela.freyzeit@gmx.de sagt:

    Wo bleibt der mediale Aufschrei bei solchen Äußerungen?! Wo sind Spiegel, Stern und Sueddeutsche?

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  • Ulrich J. sagt:

    Die Frage nach dem Arzt lässt sich leicht beantworten. Auch in der NS-Zeit stand nicht jeder deutsche Arzt an der Rampe in Auschwitz und auch der hatte dieses System nicht erfunden, sondern war der Vollstrecker. Und aktuell fallen mir die beiden Ärztefunktionäre aus dem „Ländle“ ein. Die haben sich mit ihrem Schreiben an die Ärzte profiliert und sicher die kassenärztliche Zulassung für den „goldenen Schuss“.

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  • Der Michel sagt:

    Wie man die pöhsen "Impfverweigerer" dazu hätte bringen können, sich doch impfen zu lassen:
    1. Aufklärung (objektiv - incl. ehrlicher Kommunikation der "Risiken und Nebenwirkungen", auch der Gefahr von Langzeitfolgen, und auch in Bezug auf "das Virus");
    2. Zulassung klassischer Impfstoffe, die schon lange entwickelt und in vielen Ländern im Einsatz sind.

    Für Nr.1 ist der Zug wohl abgefahren, zu lange wurden die Bürger mit (bestenfalls) Halbwahrheiten abgespeist; Nr.2 will man nicht. Leider...

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    • onckel fritz sagt:

      Ad 1. ist das Vertrauen in Politik und Medien tatsächlich zerstört und kann nur durch sofortige Beendigung des Maßnahmenterrors wiederhergestellt werden, ad 2. sehe ich nicht die medizinische Notwendigkeit. Zumindest sollte die Entscheidung, wie bei Grippeimpfung jedem ohne indirekten Zwang anheim gestellt werden.

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      • Der Michel sagt:

        Bei 2. stimme ich Ihnen zu: Umfragen zeigen aber, dass viele tatsächlich nur auf einen klassischen (Tot)Impfstoff warten, deswegen hatte ich das genannt. Bei 1, sind Sie mir zu bescheiden: Denn es ist ja nicht nur das Agi(ti)eren in der Coronapolitik - auf anderen Felden ist es doch kein Haar besser: Klima, Migration, Kriminalstatistik, Umgang mit missliebigen politischen Gegnern,... Bevor die *mein* Vertrauen wieder erhalten muss *deutlich* mehr passieren als ein Ende des Maßnahmenterrors.

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        • sonjam sagt:

          Ich warte auch auf diese Zulassung. Bloß nittlerweile traue ich der Regierung auch zu, diesen Impfstoff zu manipulieren. Bekommen wir dann wirklich, das, was wir uns wünschen? Außerdem gibt es das Pfizer Medikament, was vielversprechend sein soll. Warum gibt es hier keine Notfallzulassung? Es ist doch sinnvoller, tatsächlich Infizierte zu behandeln als Gesunde mit einem fraglichen Impfstoff.

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          • Speckbacke sagt:

            Das Pfizermedikament würde ich nicht mit der Kneifzange anfassen. Es gibt für mich noch keine schlüssige Begründung gegen Ivermectin. Das wird in Ländern, die sich den Impfstoff nicht leisten können, verteilt. Ihr Misstrauen gegen einen neuen Totimpfstoff teile ich!

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  • Der Michel sagt:

    Das Schlimme an dieser Geschichte ist, dass man keinen Augenblick mehr daran zweifelt, dass das so kommen könnte.

    Und es ist keine Frage, *ob* sich ein "Arzt" findet, der "vollstreckt", sondern nur wie viele - oder umgekehrt wie viele *nicht* mitmachen.

    Mein Vertrauen in Politik und Ärzteschaft jedenfalls ist (schon länger) auf dem absoluten Nullpunkt angekommen.

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