14. Dezember 2021
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Ralf Schuler

Wettstreit der Volksfernen: Drei Beispiele, die zeigen, wie weit weg vom Volk unsere Regierung ist

Der kleine Prinz von Saint-Exupéry sah nur mit dem Herzen gut, beim ZDF sieht man mit dem Zweiten besser, und Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) sieht keine Spaltung in Deutschland: «Weil eine lautstarke Minderheit sehr radikal vorgeht, dürfen wir nicht für die gesamte Gesellschaft eine Spaltung unterstellen. Das halte ich für eine falsche Betrachtung», sagte er dem Sender WELT.

Kann man so sehen, wenn knapp 12 Millionen SPD-Stimmen von 61 Millionen Wahlberechtigten zum Regieren reichen. Die AfD ist im Osten ein fester Machtfaktor, Querdenker demonstrieren in Stuttgart, München und Berlin.

Aber hey, wer nicht mitspielt, ist offenbar verzichtbar.

Den zweitletzten Platz in der «nah bei den Leuten»-Olympiade belegt die neue Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (40, Grüne), die sich eine einheitliche Gender-Sprache für alle Gesetzestexte wünscht. Ein vordringliches Problem, dass bei den Tafeln im Land, bei der Wohnungssuche und beim überlasteten Pflegepersonal schon lange gefordert wird. Gratulation!

Dritte von hinten, sorry!, ganz knapp, ist die «feminist foreign policy», die sich Aussenministerin Annalena Baerbock (40, Grüne) in den Koalitionsvertrag schreiben liess. Sie ist offenbar mit dem Vertreten deutscher Interessen im Ausland nicht ausgelastet, und es wird ja auch Zeit, dass der Rest der Welt unsere Gesellschaftspolitik endlich übernimmt.

Böse Zungen meinen, damit zu beginnen, sich erst einmal für die Rechte etwa muslimischer Frauen im Inland einzusetzen, wäre noch einen Tick glaubwürdiger. Aber das ist natürlich kleinliche Bedenkenträgerei…

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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2 Kommentare zu “Wettstreit der Volksfernen: Drei Beispiele, die zeigen, wie weit weg vom Volk unsere Regierung ist”

  • Der Michel sagt:

    Scholz hat absolut recht, wenn er von einer "kleinen Minderheit" spricht, die "radikal vorgeht". Bloß meint er damit die Falschen, denn es ist seine Polit-Mischpoke, die so handelt - und dadurch die Gesellschaft zerreißt, wie jüngst Annette Heinisch bei Reitschuster geschrieben hat.

    Im übrigen zum x-plus-ersten Mal: Es sind NICHT nur "Querdenker", die mittlerweile auf die Straße gehen. Es sei denn, Herr Schuler, sie verwenden den Begriff in seiner ursprünglichen, positiven Bedeutung.

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  • Resistencia sagt:

    Ich hoffe der Herr Schuler darf diese starke Grundanalyse auch bei seinem Arbeitgeber schreiben und nicht nur im "Exil", oder muss er dort etwa fürchten von einer Metoo-welle weggerissen zu werden?

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