24. November 2021
Anabel Schunke

Ein 48-jähriger Mann behauptet, 102 Jahre alt zu sein, um an die Rente zu kommen. Logisch, wenn jeder sein Geschlecht aussuchen darf – oder?

«Man kann es ja mal versuchen», dachte sich anscheinend ein 48-Jähriger aus dem Landkreis Stade: Der Mann behauptete, 102 Jahre alt zu sein; damit erhob er Anspruch auf seine Altersrente.

Die Berufung wurde nun vom Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen zurückgewiesen:

Eine Feststellungsklage sei in diesem Fall «schlichtweg unzulässig», erklärte der zuständige Richter. Er warf dem Beamten vor, das Verfahren sogar mutwillig zu führen, möglicherweise liege eine Straftat vor: «Dass wir es nicht mit einem 102-jährigen Menschen zu tun haben, ist, glaube ich, offensichtlich.»

So offensichtlich, glaube ich, ist das in Zeiten, in denen die Gesellschaft überzeugt werden soll, dass das Geschlecht sozial konstruiert und frei wählbar ist, nicht unbedingt.

Oder darf das Offensichtliche plötzlich wieder ausgesprochen werden?

Hurra, der Kaiser ist nackt!

Im Sinne der woken Ideologie ist das Urteil jedoch alles andere als konsequent: Wenn sich jeder sein Geschlecht aussuchen darf, ist es nur logisch, dass dies auch fürs Alter gilt.

Oder wird dieses sogenannte «Trans-Aging» unter Flüchtlingen nicht bereits seit 2015 rege praktiziert?

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4 Kommentare zu “Ein 48-jähriger Mann behauptet, 102 Jahre alt zu sein, um an die Rente zu kommen. Logisch, wenn jeder sein Geschlecht aussuchen darf – oder?”

  • ClaudiaCC sagt:

    "Oder wird dieses sogenannte «Trans-Aging» unter Flüchtlingen nicht bereits seit 2015 rege praktiziert?"
    Super geistreich und witzig, der Artikel und besonders die Wortschöpfung «Trans-Aging» !
    Die Idee eröffnet ganz neue Möglichkeiten ! Ob ich mich wohl auch zum ewig 17jährigen MUFL (Minderjähriger Unbegleiteter FLüchtling) transformieren und mich dann vom Staat, bzw. den Steuerzahlern mit 6 000 EUR+ monatlich päppeln lassen kann ?

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  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Das ein Gericht überhaupt so eine Klage angenommen hat, zeigt doch die Verwerfungen des Systems. Das Bundesverfassungsgericht taucht lieber ab oder lehnt Verfassungsklagen wegen der Corona-Maßnahmen einfach ab, so geht Justiz 2021.

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    • ClaudiaCC sagt:

      Tja, bei den diversen Abendessen im Kanzleramt waren die obersten Richter von der grossen Führerin wohl so beeindruckt, dass sie anscheinend ihre Aufgabe Recht zu sprechen und das Grundgesetz zu verteidigen, völlig vergessen haben ! Und seit auch noch ein CDU-Merkel-Amigo vom Altparteien-Regime trotz fehlender Erfahrung und Qualifikation auf den Posten des Verfassungsgerichts-Präsidenten gehievt wurde, glaube ich nicht mehr, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist.

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