18. November 2021
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Reinhard Mohr

Nach Köln soll nun auch in Südhessen der Ruf des Muezzin ertönen. Wohin soll das führen?

«Gott ist gross. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt ausser Allah!»

Diesen Ruf des Muezzin wird man nun jeden Freitag auch im südhessischen Raunheim hören können – aus den Lautsprechern der Moscheen, vier Minuten lang. Im Ramadan soll er täglich erschallen.

Der Gemeinderat hat es einstimmig so beschlossen und folgt damit einer Logik, die die Vorsitzende des Landesintegrationsbeirats in Nordrhein-Westfalen, Tayfun Keltek, mustergültig formuliert hat: «Wenn es Kirchenglocken gibt, soll es auch den Muezzin geben können.» Dieser Maxime schliessen sich immer mehr deutsche Stadtverwaltungen an, Stichwort Religionsfreiheit.

Beim heiligen Sarrazin: Wenn das keine Islamisierung des Abendlandes ist!

Vor allem aber ist es ein schiefer Vergleich: Das Glockengeläut der christlichen Kirchen in Deutschland, das auch ganz weltlich die Uhrzeit kundgibt, gibt es seit dem 8. Jahrhundert, also seit gut 1200 Jahren – eine übers Jahrtausend gewachsene Kultur.

«Gott ist gross!» ist aus den Glockenklängen jedoch nicht herauszuhören – anders als beim Propaganda-Ruf des Muezzin, der nicht Teil des Rechts auf Religionsfreiheit ist, sondern ein ideologisches Bekenntnis.

Hier aber stossen «Toleranz», «Weltoffenheit» und «Vielfalt» an ihre logische Grenze: Was ist dann eigentlich noch das bewahrenswerte Eigene?

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3 Kommentare zu “Nach Köln soll nun auch in Südhessen der Ruf des Muezzin ertönen. Wohin soll das führen?”

  • AntonHofnarr sagt:

    Das kommt raus, wenn in einer Ortschaft wie besagtem Raunheim spd und "grüne" einen Stimmenanteil von 61,2 % besitzen. Das ist dann der real existierende Multi-Kulti-Wahn. Das Schicksal der amerikanischen Indianer, im eigenen Land von einfallenden Fremdkulturen systematisch zurückgedrängt und schlußendlich entmündigt zu werden, rollt offenkundig unaufhaltsam auf uns zu.

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  • Ulrich J. sagt:

    Dann wird man dort sicher bald aus Toleranz gegenüber den Muslimen das Mittagsläuten einstellen. Es ruft zwar die Christen zum Mittagsgebet, ist aber auch gleichzeitig die Erinnerung an den Sieg der Ungarn 1456 über die Türken bei Belgrad und kann deshalb für die empfindsamen Seelen der Anhänger des Islam als beleidigend empfunden werden. Marx und Bedford-Strohm, übernehmen Sie!

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  • Der Michel sagt:

    Der Islam gehört zu Deutschland! Man darf gespannt sein wie lange es dauert, bis mn diskutieren wird, ob das Christenzum "zu Deutschland" gehört. Und wie die Mehrheit der Bewohner dieses Landes dann darüber denken wird. Ich habe da einen unguten Verdacht... Manchmal hat es doch auch Vorteile, ein "alter weißer Mann" zu sein, der den Großteil seines Lebens in einem freien, demokratischen und in vernünftigem Maße "toleranten" Land verleben durfte.

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