16. November 2021
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Rolf Hürzeler

Weissrusslands Präsident Lukaschenko perfektioniert ein Spiel, das Frankreichs Emmanuel Macron schon lange beherrscht

Seit Jahren sammeln sich Flüchtlinge zwischen Calais und Dünkirchen am Ärmelkanal. Sie haben alle das gleiche Ziel: Grossbritannien.

Sie versuchten die illegale Einreise als blinde Passagiere auf Lastwagen und in der letzten Zeit mit Gummibooten über das Wasser.

Dieses Jahr sind bereits mehr als 20.000 Menschen illegal nach England gereist.

Die Franzosen sehen dem Treiben mehr oder weniger nonchalant zu: Wer einmal im englischen Küstengewässer aufgegriffen wird, den ist man los. Denn die Briten dürfen die Asylsuchenden nicht zurückschicken.

Das Spiel ist ganz im Sinn des Machthabers im Elysée. Seit dem Brexit gehen die Engländer der Grande Nation so sehr auf den Geist wie nie mehr seit dem Hundertjährigen Krieg. Da kommt jedes Mittel recht, zu sticheln.

Bei aller Sympathie für die Franzosen – diese Politik erinnert an Lukaschenkos Strategie im Osten.

Wer heute die Bilder an der polnischen Grenze sieht, muss auch an die Zeltdörfer am Kanal denken.

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1 Kommentar zu “Weissrusslands Präsident Lukaschenko perfektioniert ein Spiel, das Frankreichs Emmanuel Macron schon lange beherrscht”

  • Joerg Sulimma sagt:

    Sehr gut, dankeschön! Aber Sie wissen ja, Herr Hürzeler, das ist etwas ganz anderes und kann und darf nicht verglichen werden...die Franzosen sind die Guten und die Engländer die Bösen! Aber auch die Flüchtlinge scheinen langsam mitzubekommen, daß sie lieber außerhalb der Europäischen Union ihr Glück versuchen sollten. Und das ist auf gewisse Weise schon fast tröstlich!

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