14. Januar 2022
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Anabel Schunke

Weil Syrer von Dänemark nach Deutschland migrieren, fragt sich der Spiegel: Ist Dänemark noch ein «sicheres» Land?

Man sollte meinen, dass man beim Spiegel aus den Märchengeschichten von Claas Relotius gelernt hat und mehr journalistische Sorgfalt walten lässt. Leider scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

Gleich vier Autoren arbeiten sich dort aktuell an der Behauptung ab, dass Dänemark syrische Asylbewerber «in die Flucht» treiben würde. Im Text findet sich mehrmals die Formulierung, dass Syrer aus Dänemark «fliehen» müssten.

Man fragt sich unweigerlich, welche Art von Verfolgung den armen Menschen in unserem Nachbarland droht: die Forderung nach Integration? Die Tatsache, für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen zu müssen?

Dass eine Weiterreise in ein anderes europäisches Land keine Flucht, sondern Migration darstellt und es bekanntlich kein Menschenrecht auf Migration gibt, dürfte auch den Spiegel-Autoren bekannt sein.

Das hält die Autoren jedoch nicht davon ab, tatsächlich die Frage in den Raum zu werfen, ob Dänemark noch ein «sicheres» Land für Asylbewerber sei. Eine These, die fast schon grotesk wirkt, stellen die Autoren doch fest, dass Dänemark eines der reichsten Länder der Welt sei.

Oder haben sich die Dänen plötzlich zu nordischen Barbaren entwickelt, und niemand hat es bemerkt?

Viele Syrer würden nun nach Deutschland weiterreisen, heisst es im Text. Die Frage, wie lange die Bundesrepublik angesichts der anhaltenden Migration ein sicheres Herkunftsland bleibt, liessen die Autoren allerdings offen.

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2 Kommentare zu “Weil Syrer von Dänemark nach Deutschland migrieren, fragt sich der Spiegel: Ist Dänemark noch ein «sicheres» Land?”

  • onckel fritz sagt:

    Angesichts der massiven Polizeipräsenz dürfte die Bundesrepublik ein sehr, sehr sicheres Land sein, außer in der Kölner Silvesternacht.

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  • Resistencia sagt:

    Warum hat sich das fremdfinazierte- und gesteuerte sogen. Medium diese Frage bis heute nicht für alle deutschen Nachbarländer gestellt? 2015 hatten die eindringenden weitgehend jungen Männer sogar die wohlhabenden Schweiz bestenfalls als Transitstaat zu Mama Merkel genutzt. Kein Wunder, nachdem ihnen führende Grüne sogen. Politiker gar Goldstandard zugesprochen hatten!

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