01. November 2021
Joyce Küng

Weil ein Schauspieler sich dunkler schminkt, schreien Minderheiten-Schützer: «Blackfacing»! Was aber, wenn sich eine dunkle Frau aufhellen liesse?

In Stuttgart ist das Aladdin-Musical angelaufen.

Der Schauspieler Maximillian Mann liess sich für die Rolle des Dschinnis seine Hautfarbe dunkler schminken.

Die «Black Community Foundation Stuttgart» protestiert auf Instagram wie wild: «Blackfacing» sei rassistisch. Für diese Rolle seien passende Schauspieler zu casten, solche mit einem natürlichen dunklen Teint. Um der Antirassismus-Gefahr vorzubeugen.

Das heisst wiederum: Wäre Aladdin weiss, könnte auch ich, als schwarze Frau, die Rolle besetzen. Dürfte ich mich dann aufhellen?

Ich meine, die Zusammensetzung meiner Ahnenherkunft wäre für versierte Minderheitenschützer nahezu perfekt: 50.4 Prozent Afrika, südlich der Sahara (Angola, Kongo, Nigeria, Ghana, Senegambia, Guinea); 42 Prozent Europa (Spanien, Portugal, Italien und aschkenasische jüdische Vorfahren); 5,6 Prozent Südamerikanische Ureinwohner; 1,6 Prozent Westasien und Nordafrika; 0,4 Prozent sind unklar.

Weil ich auch noch eine Frau bin, könnte mich, wenn ich das alles richtig verstehe, in dieser ach so toleranten Gesellschaft mit ihren weit mehr als 63 Geschlechtern nichts aufhalten, einen weissen Aladdin zu spielen. Oder?

Ich fordere daher den Aladdin-Produzenten auf, das Musical bis auf Weiteres einzustellen, bis ich mir die Rolle einstudiert habe.

Diversität ist schliesslich nur dann authentisch, wenn sie auch wirklich wasserdicht und konsequent durchgesetzt wird.

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