11. Januar 2022
Pierre Heumann

Weg mit schwarzen Ureinwohnern und weissen Kolonialherren: Europa-Park Rust schliesst Dschungel-Flossfahrt – weil rassistisch

Fertig lustig: Die vor vierzig Jahren eingeweihte Anlage Dschungel-Flossfahrt im Europa-Park in Rust ist geschlossen.

Die Flussfahrt im Vergnügungspark sei den Besuchern wegen rassistischer Klischees heute nicht mehr zumutbar, sagen die Veranstalter.

Schwarze Menschen in ihren traditionellen Gewändern und weisse Kolonialherren in beigen Safari-Anzügen sind passé. Denn woran man sich in den 1980er Jahren freuen durfte, gilt heute als xenophob. Und muss deshalb entfernt werden, meinen die Manager des Vergnügens. Und zwar radikal. Kleine Anpassungen an den Zeitgeist der politischen Korrektheit genügen ihnen nicht mehr.

Vor einem Jahr hatten sie noch versucht, dem Rassismus-Vorwurf mit kleinen Retuschen zu begegnen. Damals war zum Beispiel eine Ess-Ecke von «Colonial Food Station» in «Adventure Food Station» umbenannt worden.

Der Ersatz ist bereits angedacht: Eine Wildwasser-Fahrt, die irgendwo in Österreich angesiedelt ist, wohl mit Menschen in Lederhosen und mit Tirolerhut. Das wäre dann ganz sauber, frei von irgendwelchen Klischees, Schablonen und Vorurteilen.

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1 Kommentar zu “Weg mit schwarzen Ureinwohnern und weissen Kolonialherren: Europa-Park Rust schliesst Dschungel-Flossfahrt – weil rassistisch”

  • AntonHofnarr sagt:

    Fast möchte man diesen Managern zurufen: "Leute, hört doch auf, faktische Tatsachen weg zu operieren. Ist nun mal so passiert. Auch ihr könnt die Geschichte nicht ändern. Vergangene Zeiten waren nun mal andere Zeiten." Wenn mein Lautsprecher heute beispielsweise Vico Torrianis "Schön und kaffeebraun sind die Jamaica Frau'n" trällert, dann finde ich damit ab und erfreue mich gedanklich der Zeiten, in denen ich noch jung war. Abschalten? Nein - niemals!

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