08. Oktober 2021
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Wolfgang Koydl

Was wird aus Armin Laschet? Der CDU-Kanzlerkandidat hüllt sich in Dämpfe wie das Orakel von Delphi

Also was jetzt?

Geht er? Bleibt er?

Im Vergleich zu Armin Laschet ist das Orakel von Delphi eine Befehlsausgabe auf dem Kasernenhof.

Es wäre die Stunde von Kreml-Astrologen, wenn es noch welche gäbe. Sie deuteten seinerzeit die sibyllinischen Andeutungen der Sowjetführung.

Was etwa meint Laschet, wenn er sagt, Jamaika dürfe nicht an einer Person scheitern? Wird er nicht Kanzler? Wer dann? Söder? Oder gar, wie manche Berliner Spatzen pfeifen, Robert Habeck?

Das bleibt Laschets Geheimnis, der sich wieder einmal um eine Entscheidung drückte.

Klar war nur, wie er den Wahlausgang schönredet: Die CDU hat «nicht gewonnen». Platz zwei, statt Platz eins. Gut gemacht.

Das erinnert an den Sowjet-Witz des Autorennens von Kremlchef Nikita Chruschtschow und US-Präsident John F. Kennedy, das dieser natürlich in seinem Ford Mustang gewann.

Am nächsten Tag stand in der Prawda: Genosse Chruschtschow belegte einen hervorragenden zweiten Platz. Präsident Kennedy wurde Vorletzter.

Manchmal ist Kreml-Astrologie gar nicht so schwer.

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1 Kommentar zu “Was wird aus Armin Laschet? Der CDU-Kanzlerkandidat hüllt sich in Dämpfe wie das Orakel von Delphi”

  • AntonHofnarr sagt:

    Um sinngemäß mit Giovanni Trapattoni zu sprechen, würde ich sagen "(F)Laschet leer" ... Könnte man bei dem Mann Charakter voraussetzen, dürfte es nur eine Konsequenz geben und die heißt: Rücktritt.

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