09. November 2021
Matthias Matussek

Warum stehen so wenige heterosexuelle Männer darauf, penetriert zu werden? Wegen «traditionellen Rollenbilder», vermutet ein Sex-Therapeut. Wirklich?

Wieder einmal hat es Die Zeit geschafft, sich die alten weissen Männer unter ihren Lesern, also jene, die traditionellen Rollenbildern anhängen, von der Palme zu schütteln, nachdem sie sie dort hochgejagt hat.

Unter dem Thema «Männlichkeit» nämlich liess sie jüngst einen Sexualwissenschaftler namens Stephan Moschner über diese Frage nachdenken: «Warum stehen so wenige heterosexuelle Männer darauf, penetriert zu werden?» Er vermutet eben jene schon genannten «traditionellen Rollenbilder».

Was uns zur Gegenfrage geradezu herausfordert: «Warum stehen so wenige homosexuelle Männer darauf, Frauen zu penetrieren?» Tradierte Rollenbilder? Sollte man ihnen nicht helfen, einen Ausweg daraus zu finden?

Oder wäre damit bereits der Straftatbestand der Konversionsbehandlung erfüllt, also die sogenannte «Heilung von Homosexualität», deren gesetzliches Verbot derzeit vorbereitet wird. Müsste nicht für die Heilung von der offenbar unausrottbaren Heterosexualität ähnliches gelten?

Unser Sex-Therapeut bewegt sich also in ganz, ganz gefährliche Gewässer, wenn er behauptet, die Weigerung von Männern, sich von hinten bedienen zu lassen, sei einer krankhaften «Angst vor Kontrollverlust» geschuldet.

Er selber übrigens lebt offenbar ganz traditionell mit Frau und Kindern im Grünen bei Hamburg. Wenn er nicht gerade zu Vorträgen aufbricht, in denen er darüber referiert, «welche ‘guten Zutaten’ sexuelles Begehren positiv beeinflussen können und wie unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse mutig ausgehandelt werden können».

Also erklären wir einfach mal die Verhandlungen für eröffnet!

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4 Kommentare zu “Warum stehen so wenige heterosexuelle Männer darauf, penetriert zu werden? Wegen «traditionellen Rollenbilder», vermutet ein Sex-Therapeut. Wirklich?”

  • Klaus Behr sagt:

    Ein "Therapeut"? Es ist nicht aufgezeigt, ob dieser Mensch eine Approbation
    als Psychotherapeut nach dem Psychotherapeutengesetz oder einen Fachkundenachweis in einem zugelassenen Verfahren der Richtlinienpsychotherapie vorzuweisen hat. Eine Zulassung zur heilkundlichen Psychotherapie für die gesetzlichen und privaten Krankenkassen setzt den Nachweis derartiger Qualifikationen voraus. Mein Fazit: Wer zu den Lesern von "Die Zeit" gehört, den möge eine solche "Therapie" doch nachhaltig kurieren...

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  • onckel fritz sagt:

    Herrlich, Herr Matussek! (Tränenlach!) Wie gut muss es uns gehen, wenn wir keine anderen „Sorgen“ als die des Herrn Sexual-„Wissenschaftlers“ haben! Seitens des deutschen Coronastaates wünsche ich mir zwar keine Penetration, aber schon lange die Analhygiene mittels lingualer Methode.

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  • gisela.freyzeit@gmx.de sagt:

    Wenn ein Mann nicht mehr homosexuell sein möchte, darf er sich also nicht behandeln lasen (der Sinn dieser Behandlung sei jetzt mal außer Betracht gelassen).
    Wenn ein Mann hingegen kein Mann mehr sein möchte, darf er sich schweren Operationen mit möglichen schweren Risiken unterziehen und sein Leben lang Medikamente einnehmen.
    Wo leben wir? In Absurdistan? In Schilda? Oder im Rom von Nero?

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  • AntonHofnarr sagt:

    Die armen Kinder. So was nenn ich mal "gestörte Familienverhältnisse".

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