12. November 2021
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Rainer Zitelmann

Ein linker Autor erklärt in einer bürgerlichen Zeitung, warum die Grenzen offen sein sollen. Gibt es nicht genug linke Medien, wo sowas stehen könnte?

«Europa muss – es wäre für diesen Kontinent ein Leichtes – mit einer humanitären Geste diese paar Tausend Menschen aufnehmen… wohl wissend, dass dies weitere Menschen anstiften würde, es auf demselben Weg zu versuchen.»

Ein Artikel aus der taz? Aus der Frankfurter Rundschau? Der Zeit? Nein, aus der Welt.

Autor: Deniz Yücel.

Unter dem Artikel haben die Leser ihre Meinung kundgetan: 97 Prozent finden den Artikel schlecht. In anderen Welt-Artikeln hatte er die Antifa verharmlost.

Warum lassen Welt und Faz immer wieder linke und extrem linke Autoren zu Wort kommen? Extrem links?

Damit meine ich etwa den Philosophen Slavoj Žižek, der sich mit einem Stalin-Bild ablichten liess und in seinem aktuellen Buch Lenin und Mao hochleben lässt. Auch er ein Liebling bürgerlicher Medien.

Ist es ein Zeichen von «Liberalität», wenn bürgerliche Medien solche Leute immer wieder ausführliche Kommentare schreiben lassen? Haben sie nicht genug andere Medien, wo sie täglich zu Wort kommen?

Ich denke, die taz, die Frankfurter Rundschau und die Zeit würden mich heute dort nicht schreiben lassen, weil sie wissen, dass ich nicht dahin passe.

Und damit haben sie Recht.

Meinungsvielfalt spiegelt sich in der Existenz unterschiedlicher Medien wider – und es gehört nicht dazu, dass in einem Medium alle Meinungen von extrem rechts bis extrem links zu Wort kommen müssen.

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4 Kommentare zu “Ein linker Autor erklärt in einer bürgerlichen Zeitung, warum die Grenzen offen sein sollen. Gibt es nicht genug linke Medien, wo sowas stehen könnte?”

  • Joerg Sulimma sagt:

    Meinungsvielfalt spiegelt sich nicht nur in der Existenz unterschiedlicher Medien wider sondern gerade auch darin, daß ein Medium verschiedene Meinungen zulässt. So ist es ja auch in der "Weltwoche". Unsere Zeit krankt doch gerade daran, daß die Medien oft so berechenbar einem Spektrum zugeordnet werden können. Solche Zeitungen möchte zumindest ich aber nicht lesen. Und extrem ist eine Meinung erst dann, wenn sie sich nicht mehr auf dem Boden der Verfassung bewegt. Alles andere muß erlaubt sein!

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  • AntonHofnarr sagt:

    Deniz Yücel ... ein Gutmensch und Schmierfink der ganz schlimmen Art. Wie gerne denke an die Zeit, in der er einige Monate in der Türkei eingebuchtet war (und das sicherlich nicht in einem Luxus-Knast à la BRD). Auch eine Zeit, in welcher mir dieser Erdogan teilweise durchaus sympathisch erschien. Der seinerzeit gegen Yücel erhobene Vorwurf der Terrorpropaganda ist nach meinem Dafürhalten mit Sicherheit gerechtfertigt, wenn man recherchiert, was diese Type schon alles vom Stapel gelassen hat.

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    • ClaudiaCC sagt:

      Yücel ist ein fieser Diffamierer und Beleidiger, der Thilo Sarrazins öffentlich den Tod wünschte und ein Volksverhetzer, der sich über den "Volkstod" der Deutschen freute, er hätte nie die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen dürfen! Bedauerlich, dass sich der deutsche Staat für seine Freilassung aus der türkischen Haft einsetzte. Yücel ist das Beispiel eines gehässigen Migranten, der das Klima auch für anständige Einwanderer versaut. Deshalb sollte niemand seinen Verbaldreck veröffentlichen.

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  • heinerlauter sagt:

    Meinungen aller Art will ich, auch wenn sie der Meinen widersprechen, überall lesen können, eine Zeitschrift die alle Richtungen zu Wort kommen lässt, ist für mich aufschlagenswert, daher SZ, taz…, no, Welt u.a. Ja

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