25. Oktober 2021
Ralf Schuler

Warum ich kein Veganer bin? Weil diese radikale Verzichtsideologie die Welt nicht retten wird. Im Gegenteil

Die Grünen verhandeln derzeit über eine rot-gelb-grüne Ampel-Regierung, und natürlich steht Fleischverzicht auch diesmal wieder auf der politischen Speisekarte.

Die Idee: den niedrigen Mehrwertsteuersatz (7 Prozent) auf Lebensmittel nicht gelten zu lassen für Fleisch- und Fleischprodukte.

Veggie-Day durch die Hintertür.

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich; und nicht alles, was sich gut anfühlt, eine Lösung.

Man kann über moderne Tierhaltung diskutieren, über Wohlstandskrankheiten, falsche Ernährung, Ökologie und Klimaschutz – für nichts von all dem ist Veganismus eine Lösung.

Wer das anders sieht, hat den Unterschied zwischen «vegetarisch» und «vegan» nicht verstanden oder selbst Anhänger dieser verbiesterten Sekte.

Veganer sind nicht nur eine krasse Minderheit (unter 1 Prozent der Bevölkerung), sondern erliegen vor allem dem Irrtum, durch eine radikale Verzichtsideologie im biologischen Ökosystem dieser Welt sei eine Art unbefleckter Jungfräulichkeit zu erlangen.

Das ist Unsinn, widernatürlich, führt zu Mangelernährung und vor allem: es löst die zu recht beklagten Probleme nicht.

Warum ich noch kein Veganer bin? Genau deshalb.

Und dabei wird es auch bleiben.

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
90 3

6 Kommentare zu “Warum ich kein Veganer bin? Weil diese radikale Verzichtsideologie die Welt nicht retten wird. Im Gegenteil”

  • onckel fritz sagt:

    Das sonst von mir geschätzte Gesangsduo „die Feisten“ meinte, die sehr kurzen Haartrachten vulgo Glatzen der Herren verteidigen zu müssen mit: „Ich bin kein Nazi, ich bin Vegetarier!“, um sich dann über die ekligen Fleischesser auszulassen. Der Texter hätte nachlesen sollen, wer in der Nazizeit der bekannteste Veget-Arier war. Esst was Euch schmeckt, lasst weg was Euch nicht schmeckt und lasst andere in Frieden!

    4
    0
  • onckel fritz sagt:

    Sehr geehrter Herr Schuler, der Fehler scheint mir, sich überhaupt auf pseudoreligiöse Diskussion der Ernährung einzulassen. Ich koche ein Curry aus Süßkartoffeln und roten Linsen, weil es lecker ist, vegan ist es zufällig auch. Wenn mir aber danach ist, kommt da ein Klecks Creme fraiche beim Anrichten drauf, ohne dass ich ein „Pater peccavi“ anstimme.

    0
    0
  • onckel fritz sagt:

    Verehrter Herr Alda, wie sind Sie denn drauf? Milch zum Frühstück, wer unbedingt mag, aber Lebertran?!? Ihr Vorschlag für die veganen Ersatzprodukte rettet mir den Tag, danke! 🙂 Meine online bestellte Nachlieferung an genannten Veganprodukten kommt übermorgen frei Haus, sofern auch Jack Daniel‘s akzeptabel ist.

    0
    0
  • Joerg Sulimma sagt:

    Lieber Herr Schuler, sind diese hehren Gründe wirklich die einzigen, aus denen Sie sich nicht vegan ernähren? Ich tue dies nicht, weil ich gutes Essen und das Leben genieße und Lebensmittel in ihrer Gesamtheit als Lebens-Mittel ansehe. Ich liebe ein gutes Stück Fleisch, Schweizer Käse, guten Wein und Bier. Genuß bedeutet für mich andererseits auch, daß ich von allem nicht zu viel verzehre. Können wir selbst als Nichtveganer die Freude am Leben nur dadurch ausdrücken, uns dafür zu entschuldigen?

    8
    0
    • AntonHofnarr sagt:

      Ich bin nicht willens, mir a) meinen Schweinsbraten sowie b) das dazugehörige Bier nehmen zu lassen. Leider befürchte ich, daß zu a) rot/grüne Diktatoren und zu b) religiös fanatische Islamisten alles erdenkliche unternehmen werden, mich meiner liebgewonnenen kulinarischen Lebensfreuden zu berauben.

      0
      0
  • Ulrich Alda sagt:

    Sehr geehrter Herr Schuler,
    Sie gehen da falsch ran. Ich habe mich entschlossen auf die vegane Seite zu wechseln und zwar mit den richtigen Mitteln.
    Ich ersetze morgens das Glas Milch durch ein Bier nach dem Reinheitsgebot und den Lebertran durch einen Obstler.
    Sie glauben gar nicht sie fröhlich der Tagesbeginn ist und die anderen verbiesterten Veganer, Grünen, FFF- Typen, etc. erscheinen plötzlich in lieben Regenbogenfarben.
    Scherz! Beiseite, stimme Ihnen zu !

    13
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.