13. September 2021
Alles lesen
Wolfgang Koydl

Kampf der Kanzler-Kandidaten: Armin Laschet entdeckt seinen inneren Dobermann. Aber er kläfft nur und kommt nicht zum Biss

Wie nennt man das Gegenteil eines spannenden Tatort-Thrillers am Sonntagabend?

Einen Trieller.

So matt wie dieser Kalauer war auch die zweite Debatte der drei Kanzlerkandidaten. Tausendmal gehört, tausendmal ist nix passiert, und Zoom hat es schon gar nicht gemacht.

Gut, das ist ein bisschen ungerecht. Vor allem Armin Laschet entdeckte kurzfristig seinen inneren Dobermann. So angriffslustig hätte man den CDU-Mann schon früher gern gesehen.

Aber seine Attacken auf Olaf Scholz kamen zu spät. Der SPD-Kandidat hat die Rolle des souveränen Kanzlerdarstellers so perfektioniert, dass Laschets Angriffe nicht wie das Grollen eines Kampfhundes wirkten, sondern wie das Kläffen eines Terriers.

Die bittere Wahrheit ist: Viele Deutsche haben die Nase voll von der CDU und wollen einfach jemand anderen – auch wenn der ebenso wenig spritzig, sondern lediglich das kleinere Übel ist.

So weit ist es nach 16 Jahren Merkel gekommen. Die Deutschen begnügen sich mit einem Übel. Hauptsache, es ist nicht mehr ganz so gross.

47 2
Loading the player...
«Daily Spezial»
16 Jahre Angela Merkel. Was sie gut machte. Ihr grösster Fehler. Deutschland heute: Eine Demokratie ohne Opposition

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.