05. Oktober 2021
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Birgit Kelle

Vor zwei Jahren schubste ein Eritreer eine Frau mit Kind vom Frankfurter Bahnsteig. Er galt als schuldunfähig. Jetzt wurde er verurteilt

Nichts erinnert auf dem Gleis 7 des Frankfurter Bahnhofs an den Mord am 8-jährigen Leo vor zwei Jahren.

Der Täter wird bis heute als «Bahnsteig-Schubser» verniedlicht. «Schubsen», das machen Kinder in der grossen Pause, was dieser Mann tat, war heimtückischer Mord, seine Tat wird aber durch «paranoide Schizophrenie» erklärt.

Zur Erinnerung: «Nur» ein Einzelfall eines Täters mit psychischen Erkrankungen. «Nur» eine fast tote Frau und ein ganz totes Kind, ermordet durch einen Täter, der gar nicht hätte im Land sein dürfen.

Zumindest ist das Urteil gegen ihn wegen Mord und versuchtem Mord nun rechtskräftig, sein Einspruch wurde abgewiesen, er wird zur Sicherheitsverwahrung in eine psychiatrische Anstalt überwiesen.

Faktisch handelte es sich bei Habte Araya um einen 41-jährigen Eritreer, der 2006 als Flüchtling in die Schweiz kam und, nachdem er Frau und Kinder 2019 angriff, flüchtete.

Per Haftbefehl in der Schweiz gesucht, fährt er mit dem Zug nach Deutschland. Wenige Tage später stösst er in Frankfurt eine wartende Mutter in die Gleise und auch den Sohn hinterher. Der Junge wird überrollt.

Es heisst, er habe in der Schweiz unauffällig gelebt, bevor es zu seinem Gewaltausbruch kam. Erst beim Prozess in Deutschland wird die paranoide Psychose diagnostiziert. Er gilt damit als schuldunfähig.

Man wünschte sich diese Diagnosen an den deutschen Grenzen und nicht erst auf den Bahnsteigen. Es haben schon zu viele in unserem Land Gesundheit und Leben verloren, durch illegal eingereiste Männer, deren unterirdisches Frauenbild als psychischer Krankheitszustand relativiert wird.

Wir haben nur noch Kranke, keine Täter. Aber für die Toten und Hinterbliebenen macht das keinen Unterschied.

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3 Kommentare zu “Vor zwei Jahren schubste ein Eritreer eine Frau mit Kind vom Frankfurter Bahnsteig. Er galt als schuldunfähig. Jetzt wurde er verurteilt”

  • Werner Stauffacher sagt:

    Tja, in unserem Land wird halt derjenige, der den Dreck aufzeigt viel gefährlicher eingestuft, als jener welcher den Dreck verursacht hat.

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  • Der Michel sagt:

    "Man wünschte sich diese Diagnosen an den deutschen Grenzen und nicht erst auf den Bahnsteigen."

    Man wünscht sich vor allem *Konsequenzen* solcher Diagnosen, und zwar solche, die die Bürger hierzulande vor solchen Monstern schützen. *Echt* schützen. Und: Rund-um-die-Uhr-"Bewachung" wie bei den vielen "Gefährdern" gehört für mich nicht zu diesen Konsequenzen, da nur bedingt wirksam.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Sollte grundsätzlich nicht die Frage über das WARUM priorisiert werden, sondern vielmehr die Tatsache, DAß ein verbrecherischer Tatbestand vorliegt? Zunächst ein rassistisches Tatmotiv in den Vordergrund zu rücken, getraut sich offenbar auch niemand, wie so etwas bei einem etwaigen umgekehrten Fall geschehen wäre. Rassismus wird scheinbar als Einbahnstraße begriffen.

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