28. Oktober 2021
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Matthias Rüb

Schöne neue Kolonial-Welt: Im Kampf gegen Corona greift Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern zuverlässig daneben

Jacinda Ardern, Ministerpräsidentin von Neuseeland und Heiligengestalt der globalen Linken, ist im Pandemiekampf immer für strengste Massnahmen gut.

Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Null-Covid-Strategie ihrer Labour-Regierung, am monatelangen Lockdown, an der Abschottung des Landes von der Aussenwelt wischte sie mit den denkwürdigen Sätzen beiseite: «Wir werden weiterhin Ihre einzige Quelle der Wahrheit sein. Glauben Sie nichts anderes.»

Inzwischen ist Ardern von der dystopischen Utopie eines virusfreien Insellebens im Südpazifik abgerückt.

Dafür sollen jetzt im Schnelldurchgang 90 Prozent der fünf Millionen Neuseeländer durchgeimpft werden. Gegenwärtig sind nur rund 58 Prozent der Neuseeländer mit zwei Impfdosen «vollständig immunisiert». Unter den Maori sind es gerade einmal 38 Prozent.

Doch schon jetzt gilt ein System, wonach Geimpfte mit entsprechendem Zertifikat deutlich mehr dürfen als Ungeimpfte.

Auf die Frage eines Journalisten des New Zealand Herald, ob damit nicht «zwei unterschiedliche Klassen entstehen», antwortete Ardern: «Genau so ist es, ja.»

Und fuhr enthusiasmiert lächelnd fort: «Wenn Sie noch nicht geimpft sind, dann bleiben für Sie viele Freiheiten, die andere geniessen, ausser Reichweite. Geimpfte wollen wissen, dass sie unter Geimpften, dass sie in einer sicheren Umgebung sind. Wir müssen die Gefahr des Virus eindämmen, das sich derzeit wesentlich unter Ungeimpften verbreitet.»

Arderns Zwei-Klassen-Gesellschaft ist eine Zwei-Rassen-Gesellschaft: Fast zwei Drittel der Maori werden vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, weil sie ungeimpft sind.

Schöne neue Kolonialwelt.

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