05. November 2021
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Birgit Kelle

Ursula von der Leyen fordert an der Klima-Konferenz «viel mehr Tempo». Sie selbst drückt mit ihrem Privatjet ordentlich auf die Tube

«Wasser predigen, aber Wein saufen» – keine deutsche Redewendung passt besser auf das Reiseverhalten einer Ursula von der Leyen.

Die Miss «Green Deal» der EU-Kommission predigt gerne den Verzicht, den Klimaschutz und ambitionierte Ziele zur Erreichung der Klimaneutralität, dumm nur, wenn man selbst dann gerne auch für eine Kurzstrecke von 47 Kilometern einen Privatjet nutzt.

Zuletzt hatte «Röschen», wie huldigende Untertanen sie nennen, Anfang der Woche bei der Uno-Klimakonferenz in Glasgow gesagt: «Wir alle, weltweit, müssen viel mehr Tempo machen.»

Womit könnte man mehr Tempo machen, als mit einem Privatjet?

Gut, die Masse der normalsterblichen Dummwähler muss das verstehen: Die Frau ist wichtig. So wichtig, dass man bei der Bahn gar keine eigene Klasse hätte, mit der man sie befördern könnte.

Ja soll sie denn mit dem Pöbel gemeinsam in der 1. Klasse sitzen? Eine Zumutung!

Und dann hat das Bord-Bistro wahrscheinlich wie immer zu.

Obendrein weiss man nie, ob die Bahn pünktlich kommt, oder überhaupt. 47 Kilometer, das schafft auch ihr Chauffeur im gepanzerten Wagen so schnell nicht.

Dass das steuerzahlende Fussvolk wegen seines ökologischen Fussabdruckes demnächst den Mallorcaflug gestrichen bekommt und nur noch Lastenfahrrad fährt, muss ja sein, um anderswo Kerosin-Kapazitäten freizuschaufeln. Etwa für die rund 400 Sonderflieger und Privatjets, die erst letzte Woche alle anderen wichtigen Klimaschützer zum Klimagipfel nach Glasgow und wieder nach Hause flogen.

Die 13.000 Tonnen CO2, die man dabei verbrannte, waren schliesslich unvermeidlich.

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4 Kommentare zu “Ursula von der Leyen fordert an der Klima-Konferenz «viel mehr Tempo». Sie selbst drückt mit ihrem Privatjet ordentlich auf die Tube”

  • onckel fritz sagt:

    Welch ein technischer Fortschritt! In den 1990ern sah ich ein bedrucktes T-Shirt: „Ich bin wichtig, gebt mir ein Handy!“ Wer ist nicht von den laut und wichtig ins Mobiltelefon trompetenden Zeitgenossen im Zug oder Restaurant genervt? Heutzutage braucht es für die Wichtigkeit schon einen Jet, und da UvdL eine Frau ist, kann man noch nicht einmal von „Pimmelfechten“ sprechen, wie in einer männerdominierten Hierarchie.

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  • Schwikowski sagt:

    Ganz große Klasse, besser kann man diese Real-Tragödie nicht beschreiben.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Ob eines solchen Verhaltens wundert sich tatsächlich noch irgendein Politiker, daß das, was sie tun oder sagen, von immer weniger Menschen akzeptiert, dafür von um so mehr hinterfragt wird? Bin ich froh, daß ich persönlich in meinem Bekanntenkreis kein solch verlogenes Pack weiß; wenn es denn jemanden gäbe, die Verbindung würde ich sofort kappen.

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    • Der Michel sagt:

      Vielleicht wundern sie sich - aber es ist ihnen EGAL. Zumindest solange sie noch gewählt werden, und wie Frau Kelle schreibt: Es gibt derzeit mehr als genug "Dummwähler" (nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Natürlich "m/w/d") - und ich fürchte, so schnell wird sich das auch nicht ändern.

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