22. September 2021
Cora Stephan

Universitäten des Zeitgeists: Zwei renommierte Professoren kündigen – wegen «Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen»

Paul Harper-Scott, Professor für Musikgeschichte und -theorie, hat die University of London unter Protest verlassen.

Es gehe an den Universitäten immer dogmatischer zu, man forciere unkritische Haltung durch öffentliche Demütigung, Ausgrenzung und den Versuch, Abtrünnige zu entfernen. 

Es könne sogar untersagt werden, über Beethoven oder Wagner zu lehren, da ihre Kompositionen zur falschen Zeit entstanden sind – als ob das auch nur etwas am Geschick der heute Unterprivilegierten ändern würde.

Der Mann ist mutig.

Auch Peter Boghossian, Philosophieprofessor in Portland, USA, wagte diesen Schritt und reichte seinen Rücktritt ein – die Universität sei von «Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen» geprägt, man sei dort in eine Art Wahnsinn verfallen. Jetzt fühle er sich glücklich und wirklich frei.

Diese Männer gewinnen – die Universitäten hingegen verlieren unabhängige Köpfe. 

Und das ist das wirkliche Drama: Es sind nicht nur aktivistische Studenten, die am neuen Dogmatismus schuld sind. Es sind die Kollegen und Vorgesetzten an den Universitäten, die zum Marsch in die Unfreiheit blasen, weil sie glauben, sich dem hysterischen Zeitgeist unterwerfen zu müssen.

81 1

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.