06. September 2021
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Wolfgang Koydl

Staatsfunk in grün: Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Wahlwerbung platziert

Früher hiess es Schleichwerbung, heute product placement – Reklame in Filmen: James Bond fährt BMW, Laptops sind von Apple.

Im Film ist das ärgerlich. Was aber, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk politische Propaganda platziert?

Da entpuppt sich ein vom Rundfunk Berlin-Brandenburg befragter Radfahrer als Grünen-Abgeordneter, der die Segnungen seiner eigenen Radwegpolitik preist.

Da disst der Westdeutsche Rundfunk die eigene Recherche, weil sie nicht ins grüne Weltbild passt. Wo kämen wir denn hin, wenn die FDP die beste Umweltpolitik hätte?

Da retuschiert der Mitteldeutsche Rundfunk hinaus, was nicht gefällt, und schwupps verschwindet das Logo vom Mikrophon der Privatkonkurrenz Bild-TV.

Das ist nicht ärgerlich, sondern illegal. Denn ARD und ZDF sind gesetzlich zu Objektivität und Unparteilichkeit verpflichtet.

Kann man sie verklagen? Guter Witz. Gerade eben hat sich das Bundesverfassungsgericht wieder auf ihre Seite geschlagen.

Wie wär's mit einem Zuschauer-Boykott? Juckt sie nicht. Ihr Geld ist ihnen sicher, auch wenn keiner kuckt.

Der DDR-Staatsfunk war wenigstens gebührenfrei.

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«Daily Spezial»
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1 Kommentar zu “Staatsfunk in grün: Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Wahlwerbung platziert”

  • Kal ador sagt:

    Die Programmverantwortlichen bei ARD und ZDF interessieren sich schon lange nicht mehr für ihre Konsumenten und Zwangsbeitragszahler! Sie gestalten das Programm nur für sich selbst, es kommt ja auch nicht darauf an, ob noch jemand zusieht! Denn der sogenannte Beitrag wird nicht fürs Zusehen erhoben, sondern fürs Bereitstellen des Programms! Viele schauen sich das Programm schon lange nicht mehr an. Nur die Quotenmesser haben dies noch nicht erfasst! Printmedien merken dies an den Absatzzahlen!

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