18. November 2021
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Wolfgang Koydl

Spiel nicht mit den Schmuddel-Kindern: Friedrich Merz verzichtet auf AfD-Wähler. Kann er sich das leisten?

Ihre Funktionäre und Parlamentarier sind schon lange Parias: Mit AfD-Vertretern redet man nicht, man lädt sie nicht in Talkshows ein, man grüsst sie nicht im Bundestag.

Friedrich Merz ist nun noch weiter gegangen: Er will sich auch mit AfD-Wählern nicht die Finger schmutzig machen.

Diese «radikalisierten» Bürger wolle er nicht zurück haben, sagte er. Nur wer «reumütig» zu Kreuze krieche, fände vielleicht Gnade.

Ein merkwürdiges Demokratieverständnis, wenn man Millionen Deutsche in politische Quarantäne schickt, nur weil sie die falsche Partei wählen.

Warum entzieht man ihnen nicht gleich das Wahlrecht?

Nun könnte man sagen: Wer nicht will, der hat schon. Ich brauche diese Wähler nicht.

Wirklich? Bundesweit kommt die CDU – ohne CSU – nicht mal auf 20 Prozent.

Glaubt Merz im Ernst, die zur Mehrheit fehlenden Wähler bei Grünen und SPD zu finden? Die wählen das Original, keine rot-grüne Kopie.

Mal sehen, was von Merz' Worten bleibt, wenn irgendwo die Schmuddel-Kinder die meisten Stimmen bekommen.

Wetten, dass man sie dann ganz schnell zum Spielen einlädt?

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3 Kommentare zu “Spiel nicht mit den Schmuddel-Kindern: Friedrich Merz verzichtet auf AfD-Wähler. Kann er sich das leisten?”

  • Fischkopp sagt:

    Diese arrogante, inhaltslose und machtbesoffene CDU braucht niemand mehr. Mit einer solchen Einstellung wird die CDU zwischen AfD und den linken Parteien (wozu mittlerweile leider auch die FDP zählt) zerrieben werden. Sie hat es nicht anders verdient. Die AfD hat auch einfach die besseren Politiker, keine gedienten Parteisoldaten, sondern Menschen aus dem realen Leben; meist besser qualifiziert, mit mehr Arbeitserfahrung und Bürgernähe als in allen anderen Parteien.

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  • Der Michel sagt:

    Ich habe es gestern schon geschrieben: Es ist eigentlich egal, wer den Vorsitz dieses traurigen Trümmerhaufens übernimmt. Mit Merz wird das Siechtum etwas länger dauern als mit den andern Kaspern, aber die CDU kommt auch mit ihm nicht auf die Beine. Hat er mit diesen Aussagen klar dokumentiert.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Wer geglaubt hat, ein Merz als möglicher Vorstand würde die CDU auf einen konservativen Kurs zurückführen, sieht sich gründlich getäuscht. Es gibt sie nicht mehr, Leute wie Dregger, Stoltenberg oder Leisler Kiep. Vielmehr gibt es neben SPD, "grünen" und "linken" eine weitere Linkspartei im Bundestag. Ist es Arroganz oder Unvermögen (oder beides), so überhaupt keine Lehren aus der Klatsche der letzten Wahl gezogen zu haben?

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