11. Oktober 2021
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Anabel Schunke

Karl Lauterbach und die Fake-News: Moderatorin Maischberger überführt den Gesundheitsminister vor laufender Kamera – ohne Konsequenzen

Während in Österreich für die Täuschung der Bürger gerade Köpfe rollen, scheint es in Deutschland mittlerweile nichts mehr zu geben, was Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Da kann bei der Intensivbettenauslegung getrickst oder eine Ausgangssperre im Nachhinein als verfassungswidrig erklärt werden – Köpfe rollen in Deutschland höchstens, wenn man sich als rechts oder, noch schlimmer, zur AfD bekennt.

Und so darf auch Karl Lauterbach (SPD) ungeniert seine ganz eigenwillige Sichtweise darlegen: Angesprochen auf das maskenlose Gruppenfoto seiner Fraktion nach der Bundestagswahl bestritt der Gesundheitsexperte in der Talkshow von Sandra Maischberger, dass es sich um einen potentiellen «Superspreader-Event» gehandelt hätte.

Die Abgeordneten hätten «nichts falsch gemacht», das Foto sei «schnell gemacht» und die Maske nur «kurz abgezogen» worden.

Alles falsch, wie Sandra Maischberger anhand von Videomaterial postwendend belegte.

Der Peinlichkeiten nicht genug, behauptete Lauterbach, ohne rot anzulaufen, dass auch niemand gesungen oder laut gesprochen hätte – und wieder falsch!

In jedem anderen Land hätte die Wahrnehmungsstörung für schäumende Gemüter gesorgt, in Deutschland darf ein solcher Politiker weiter ungestört Gesundheitsminister spielen.

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2 Kommentare zu “Karl Lauterbach und die Fake-News: Moderatorin Maischberger überführt den Gesundheitsminister vor laufender Kamera – ohne Konsequenzen”

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