10. September 2021
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Rolf Hürzeler

Sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaat, bürgerlich verpackt – Boris Johnson erfindet sich neu

Brexit sei Dank. Boris Johnson angelte sich in sein Amt, weil er der Parteirechten der Tories den EU-Austritt versprochen hatte – und lieferte.

Sollten sich allerdings die wirklich Konservativen bei den Tories mehr von Johnson erhofft haben, sehen sie sich spätestens jetzt getäuscht: Boris Johnson setzt zusehends auf eine sozialdemokratische Wohlfahrtspolitik, die viel kostet und wenig bringen wird. 

Mit mehr als 10 Milliarden Pfunden will er das kränkelnde Gesundheitssystem NHS und die Alterspflege sanieren – Steuererhöhung inklusive. Das führt zur höchsten Belastung seit dem Zweiten Weltkrieg, wie die «Times» vorrechnet.

Als Johnson-Sympathisant ist man zwar geneigt, ihm guten Willen zu attestieren. Aber das reicht nicht, denn die Erfahrung lehrt anderes.

Schon viele Regierungen vor ihm sind bei der Sanierung des NHS gescheitert, weil sie sich scheuten, dieses bürokratische Monster in Teile zu zerlegen. 

Und wer von den Jungen glaubt, ihre Altersvorsorge sei gesichert, wenn sie höhere Steuern bezahlen, ist selbst schuld.

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