05. Oktober 2021
Thomas Renggli

Durch den internationalen Fussball verläuft ein tiefer Impfgraben. Nun beugt sich mit Jürgen Klopp selbst der grösste Rebell an der Seitenlinie der staatlichen Obrigkeit

Der Deutsche Jürgen Klopp ist einer der erfolgreichsten Trainer im Weltfussball. Und er ist ein Mann, der sich gerne als Rebell im Kampf für das Unkonventionelle positioniert.

Nun schaltet er sich in die lautstarke Diskussion um die Impfung gegen Covid19 ein. Für den Liverpool-Coach ist die Verweigerung einer Impfung gleichbedeutend mit Alkohol am Steuer. Die Bestimmungen im Strassenverkehr seien auch «nicht dazu da, mich zu schützen, wenn ich zwei Bier trinke und fahren will, es ist zum Schutz anderer Leute, weil ich betrunken bin, und wir akzeptieren dies als ein Gesetz».

Er habe sich nicht nur impfen lassen, um sich gegen das Virus abzusichern, sondern auch, um die Menschen um ihn herum zu schützen: «Ich verstehe nicht, warum dies eine Einschränkung der Freiheit sein soll. Wenn es so ist, dann ist das Verbot betrunken zu fahren ebenso eine Freiheitsbeschränkung.»

So pointiert der Vergleich auch sein mag, so enttäuscht müssen Klopps Fans sein. Wenn sich der ewige Revolutionär an der Seitenlinie plötzlich als Verkünder der Staatspropaganda zur Verfügung stellt, ist dies, als würde Robin Hood mit dem Sheriff von Nottingham die Friedenspfeife rauchen.

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2 Kommentare zu “Durch den internationalen Fussball verläuft ein tiefer Impfgraben. Nun beugt sich mit Jürgen Klopp selbst der grösste Rebell an der Seitenlinie der staatlichen Obrigkeit”

  • AntonHofnarr sagt:

    Ich stelle hier im Kontext mal eine Frage: "Gibt es eine Steuer, die ich zahlen kann, um Covid19 zu verhindern oder funktioniert das nur beim Klima?"

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  • nimmzzo sagt:

    Robin Hood und der Sheriff von Nottingham im betrunkenen Zustand haben ihren Verstand nicht zur Verfügung und gefährden sich und andere. Der Sheriff betrunken durch seinen Machtrausch, wovon aber Klopp - durch seinen medialen Einfluss wegen seiner Fußballerfolge im Machtrausch? Für mich wie bei allen "Klopps": vermutlich um die mediale Aufmerksamkeit hochzuhalten.

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