08. September 2021
Cora Stephan

Schauspielerin Buabeng habe keinen Bock mehr, Texte von «alten, toten, weissen Männern» zu sprechen. Die Lösung ist denkbar einfach

Sie kommt aus Bonn und heisst Thelma Buabeng.

Sie hat viele Freunde und Verwandte. Sie ist eine offenbar sehr talentierte und witzige Schauspielerin.

Sie hat eine Werbekampagne für Louis Vuitton gedreht, spielt an der Schaubühne und darf in Zürich für die Inszenierung von «Orpheus» den Monolog der Eurydike selbst schreiben.

Sie hat sich – alle Achtung! – gegen Netflix durchgesetzt, wegen einer in der Tat witzlosen Synchronübersetzung, die allerdings dreissig Jahre alt ist.

Und dennoch: Frau Buabeng ist zornig.

Weil sie als einzige im Zugabteil vom Schaffner nach ihrem Fahrschein gefragt wird? Oder weil ihre erste Rolle im deutschen Fernsehen, 2003 in der «Lindenstrasse», ausgerechnet die einer aidskranken Nigerianerin war?

Nun, ich hätte das übelgenommen. Thema: Schwarzhäutig, hat die Rolle als Eintrittskarte genommen. Stark!

Worunter leidet Frau Buabeng also? An Hamlet und Faust. «Ich habe nämlich keinen Bock mehr, Texte von alten, toten, weissen Männern zu sprechen.»

Nun: Das haben unsere europäischen Vorfahren vermasselt, die auch mal jung waren, bevor sie gestorben sind – und so weiss waren wie die meisten auf dem Kontinent damals.

Was man dagegen tun kann? Selber schreiben oder den Beruf wechseln.

56 1

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.