07. September 2021
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René Hildbrand

Salzarme ARD-Wahlarena: Das blüht Deutschland mit Kanzlerin Baerbock

Nachdem blassen RTL-Triell mit Baerbock, Scholz und Laschet war am Montagabend auch die ARD-Wahlarena schwunglos. Dafür prahlerisch. In der ersten Ausgabe war Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock dran. Ich habe nach der Sendung meine eingeschlafenen Füsse benieden.

Der Kanzlerkandidatin wurden im TV-Studio live Fragen gestellt. «Wir brauchen ein Licht», begehrte ein Bürger. Baerbock konnte es nicht entfachen. Die Grüne will alle Probleme mit sehr viel Geld lösen, dazu die Steuern erhöhen und vor allem die Reichen und Vermögenden rupfen.

Mit den Milliarden verspricht sie grossmundig: Ein Klimaschutz-Sofortprogramm mit Kohleausstieg schon 2030 statt 2038 und trotzdem eine sichere Stromversorgung, Solarzellen auf jedem Dach, eine bärenstarke Sozialpolitik, Ausbau des Nahverkehrs, bezahlbare E-Autos für alle, den gesetzlichen Mindestlohn, Zuwanderung auf dem

Arbeitsmarkt, schnelles Internet auch im ländlichen Raum, Bekämpfung von Wohnungsmangel und Rassismus, militärische Abrüstung, Vorrecht für Frauen bei offenen Arbeitsstellen, Stärkung der Sicherheit und Ausbau von Kitas, deutlich höhere Löhne für Pflegefachleute und Polizisten sowie Personalausbau, eine Bürgerversicherung, Priorisierung von gesundem Essen, ein Gesellschaftsministerium. Und ganz viel mehr. Standardversprechen der Grünen.

Für eine Überraschung sorgte Baerbock dann doch noch: Sie will die 35-Stunden-Woche für das Pflegepersonal einführen. Und das beim grössten Pflegenotstand aller Zeiten. Auf die Frage eines Wählers, wie sie das alles bezahlen wolle, sagte sie: «Ich will den Steuerbetrug von 50 Milliarden angehen.»

Nicht in den Mund genommen hat die Kanzlerkandidatin in dem Zusammenhang wohlweislich den Begriff «Steuerpranger». Dieser kam in der anschliessenden Sendung «Hart aber fair» zur Sprache.

Mit einem Online-Steuerpranger ruft der Grüne BaWü-Finanzminister zum Denunziantentum auf. Und Kanzlerkandidat Olaf Scholz, Baerbocks Lieblings-Koalitionspartner, kaufte kürzlich für zwei Millionen Euro eine CD aus Dubai, auf der sich steuerlich relevante Daten Tausender Deutscher befinden sollen.

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