29. Oktober 2021
Alles lesen
Wolfgang Koydl

Sachsens Regierungschef Kretschmer (CDU) will Mauern gegen Migranten. Das hängt mit der Stärke der AfD in seinem Bundesland zusammen

Sie wird ignoriert, totgeschwiegen, dämonisiert und diskreditiert – die Alternative für Deutschland ist Deutschlands politischer Paria.

Was kann diese Partei schon bewirken – mag sich mancher Wähler vor der Bundestagswahl gedacht und das Kreuz anderswo gemacht haben.

Doch in Wahrheit bewegt die AfD eine ganze Menge, indem sie andere vor sich hertreibt.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) etwa, der plötzlich EU-Grenzen mit Mauern sichern will. Sichere Grenzen sind eine Kernforderung der AfD seit 2015.

Damals war Kretschmer noch nicht so weit. Es ist jedenfalls nicht bekannt, dass er der steilen These seiner Parteifreundin Angela Merkel widersprochen hätte, Grenzen liessen sich nicht sichern.

Aber da sass ihm noch nicht die AfD im Nacken.

Jetzt ist sie Nummer eins im Land. Das fördert die geistige Wendigkeit.

Historisch gesehen wird Kretschmer so zum zweiten Sachsen, der eine Mauer bauen will. Eines unterscheidet ihn freilich von Walter Ulbricht: Er gibt seine Absicht offen zu.

118 1

2 Kommentare zu “Sachsens Regierungschef Kretschmer (CDU) will Mauern gegen Migranten. Das hängt mit der Stärke der AfD in seinem Bundesland zusammen”

  • Der Michel sagt:

    Kretschmer ist ein "falscher Fuffziger". Im Bild-Talk ging es ihm angesichts der Lage an der polnischen Grenze vor allem darum, die "Bürgerwehr", die sich in einer Gemeinde gebildet hatte, zu verurteilen. Dass diese Bürgerwehr aus *reiner* Notwehr entstanden ist, weil die Politik die Bürger verraten hat und immer noch verrät - entweder hat er das nicht verstanden (was ich nicht glaube) oder es geht ihm am Allerwertesten vorbei: Er labert den gleichen Stuss, den er schon seit Jahren verzapft.

    34
    1
  • Manuela1973 sagt:

    Kretschmer ist verlässlich in zweierlei Hinsicht:
    Einmal dafür, dass er Ideen jenseits der üblichen Denkschranken hat und zweitens, dass er bei Kritik daran so sofort wie verlässlich umfällt. Seehofer reloaded.

    34
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.