08. November 2021
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Matthias Rüb

Für Roberto Saviano ist Giorgia Meloni eine «Bastardin», deren Wähler «eine kläffende Hundemeute». Nun steht er deswegen vor Gericht. Er sieht sich als Opfer

Roberto Saviano ist ein mutiger Journalist: In seinem 2006 veröffentlichten Buch «Gomorrha» dokumentierte er die Unterwanderung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Neapel und Umgebung durch die Camorra.

Wegen seiner Enthüllungen wurde er von der Mafia mit dem Tode bedroht. Seit Jahr und Tag lebt er an wechselnden Wohnorten, steht unter Polizeischutz.

Roberto Saviano ist ein Hätschelkind der linken und liberalen Medien in Italien und in ganz Europa. Denn in der Debatte über Einwanderung und Multikulti trifft er stets den woken Ton.

Giorgia Meloni, Vorsitzende der postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia, fordert ein Ende der illegalen Migration über das Mittelmeer und geisselt private Seenotretter – die überwiegend aus Deutschland kommen – als Helfershelfer der Schlepperbanden.

Saviano hat Meloni wegen dieser Haltung in einer Fernsehsendung als «Bastardin» beschimpft. Worauf Meloni Saviano wegen Beleidigung angezeigt hat.

Ein Untersuchungsrichter in Rom hat die Anklage jetzt zur Verhandlung zugelassen.

Auf Twitter versichert Saviano, er werde sich weder einschüchtern noch zum Schweigen bringen lassen, er werde weiter Melonis «rassistische Propaganda» anprangern, mit welcher diese «die Meute enttäuschter Wähler zum Kläffen» bringe.

Politische Gegner als Bastarde und deren Wähler als kläffende Hunde zu beschimpfen, gehört für einen selbstgerechten Linken wie Saviano zum guten Ton. Und wenn sich jemand zur Wehr setzt, sieht er sich gleich noch mehr in seiner angemassten Opferrolle bestätigt.

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4 Kommentare zu “Für Roberto Saviano ist Giorgia Meloni eine «Bastardin», deren Wähler «eine kläffende Hundemeute». Nun steht er deswegen vor Gericht. Er sieht sich als Opfer”

  • onckel fritz sagt:

    M.M.n. werden auch in Deutschland viel zu wenige Strafanzeigen wegen Verleumdung und übler Nachrede erstattet, wenn Linke u.a. Gutmenschen Leute als „Nazis“ beschimpfen, deren Meinung ihnen nicht genehm ist. Immerhin wird ja verleumderisch eine Anhängerschaft zu Ideen der NSDAP unterstellt.

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  • paolo.v sagt:

    Sein Buch «Gomorrha» ist teilweise kopiert, ohne die Quelle zu nennen. Er stell sich gerne als Opfer dar, wohnt, wie viele italienische reiche linke, in New York, Manhattan. Wir von der gleich Medien gehächtelt die damals PolPot hoch jubelten.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Frau Meloni, ich muß gestehen, daß ich Ihren Namen bislang nicht kannte. Jetzt werde ich ihn mir mit Sicherheit merken, da sich das, was ich in den obigen Zeilen über Sie gelesen habe, so wunderbar normal und richtig anhört. Vielleicht darf ich es noch erleben, daß Menschen wie Sie auf Grund ihres Einsatzes "pro Normalität" eine offizielle, öffentliche Ehrung erfahren (das Bundesverdienstkreuz der BRD würde ich allerdings ablehnen, das haben schon zu viele Pfeifen erhalten).

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    • herbert sagt:

      Hochwerter Hofnarr! Offenkundig werden die 3500 km BRD-Außengrenze doch recht gut bewacht. Italien war, ist und wird (höchstwahrscheinlich) weiterhin immer eine Reise wert sein. Die Innenpolitik ist spannender als ein mehrwöchiger Besuch aus deutschen Landen. Und nach Hörensagen 1 Stunde (Gespräch) mit Giorgia interessanter als 2 Wochen Riminiesien.

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