13. Januar 2022
Rainer Zitelmann

Eine Jury erklärt «Pushback» zum Unwort des Jahres. Es sei menschenfeindlich und beschönigend. Auf Platz zwei landet «Sprachpolizei»

Das «Unwort des Jahres» 2021 lautet «Pushback». Der Begriff, der im Zusammenhang mit Zurückweisungen an Grenzen verwendet wird, beschönige einen «menschenfeindlichen Prozess». Das meint die Jury aus vier Sprachwissenschaftlern, einer Journalistin und einem Mitglied aus der Kultur- und Medienbranche.

Auf Platz 2 der Unworte setzten sie die «Sprachpolizei».

Das «Unwort» des Jahres 2021 steht in einer üblen Tradition: Mit dem «Unwort»-Begriff werden meist Andersdenkende diskreditiert, die den Geboten der linken Sprachpolizei nicht folgen wollen. Untersucht man die Begriffe, die in früheren Jahren als Unworte des Jahres gekürt wurden, dann wird deutlich, dass sich darin die Weltsicht der Linksintellektuellen verdichtet.

Letztes Jahr war «Rückführungspartnerschaft» Unwort des Jahres, vorletztes Jahr «Klimahysterie». «Gutmensch» und «freiwillige Ausreise» waren auch schon «Unworte».

Unwort des Jahres heisst: Wenn die selbsternannte Sprachpolizei sich darüber ärgert, dass jemand das Wort «Sprachpolizei» gebraucht – und es deshalb zum Unwort erklärt.

Meine Alternativen für das Unwort des Jahres: Zusammenhalt, Solidarität, gendersensibel, Klimagerechtigkeit.

Und Ihre Vorschläge?

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5 Kommentare zu “Eine Jury erklärt «Pushback» zum Unwort des Jahres. Es sei menschenfeindlich und beschönigend. Auf Platz zwei landet «Sprachpolizei»”

  • onckel fritz sagt:

    Bei einer alternativen Wahl auf pi-news siegte der Weltpräsident aller Ärzte Monty Gomer mit der Phrase „Tyrannei der Ungeimpften“. Nach der Pensionierung von Zaphod Beeblebrox ist er als Präsident der Galaxis im Gespräch.

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  • Manuela1973 sagt:

    Nach aktueller Rechtslage in der EU (und den Mitgliedstaaten) ist die Einreise in die EU ausnahmslos nur an offiziellen Grenzübergangsstellen zulässig. Das ist geltendes Recht.
    Ein Übertritt in einem Waldstück zwischen Polen und Weissrussland, wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, ist deshalb schon per se nicht erlaubt. Das EU-Recht (und sicher auch das staatliche Recht) lässt es zu, dass Staaten gegen solch illegale Grenzübertritte Maßnahmen ergreifen. Auch das ist geltendes Recht!

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  • Der Michel sagt:

    Der "kleine Pieks", die "Aasgeier der Pandemie", die "angebotsorientierte Energieversorgung", die "Schutzberechtigten" - oh wait, für diese Wortschöpfungen werden die Autoren ja demnächst vermutlich das Bundesverdienstblech am Band vom Bundesgrüßaugust erhalten...

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  • AntonHofnarr sagt:

    Mein Vorschlag: gezielt diese "Unwörter" bei passenden Gelegenheiten so oft als möglich einzusetzen (mal austesten, ob so was als "Hass" bewertet wird).

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  • Resistencia sagt:

    ""Rechtmässiger Aussengrenzschutz" wäre mein Wort des Jahrzehnts, dazu gehört selbstverständlich das Zurückweisen illegaler Eindringlinge!

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