07. Januar 2022
Rolf Hürzeler

Denkmalzerstörung in Bristol bleibt straffrei. Ein klares Signal an Vandalen: Nur zu, es hat noch mehr davon!

Vor 18 Monaten riss ein Mob einer Statue des britischen Unternehmers Edward Colston im westenglischen Bristol herunter. Aktivisten entsorgten sie im lokalen Hafen und liessen sich im Zeichen von Black Lives Matter als antikolonialistische Helden feiern.

Colston (1636-1731), muss man wissen, war bis vor kurzem ein Säulenheiliger der Stadt, weil er Zeit seines Lebens als Philanthrop wirkte. Er finanzierte das lokale Schulwesen mit, und er unterstützte Unterkünfte für Obdachlose – mit horrenden Summen.

Colston machte sein Vermögen wie viele andere als Mitglied der Royal African Society, die mit Gold, Silber, Elfenbein – und, ja auch das, mit Sklaven, handelte.

Das ist aus heutiger Sicht verwerflich, war aber damals Teil des britischen Wirtschaftssystems.

Wegen des Sklavenhandels wird Colston heute in einem anderen Licht gesehen, was nachvollziehbar ist. Dennoch bleibt es unverständlich, dass ein Denkmal straffrei niedergerissen werden konnte.

Damit signalisiert die britische Justiz den Aktivisten: Nur zu, ihr Lieben, die Denkmäler historischer Figuren harren der Zerstörung! Denn welche Heldenfigur von Cäsar bis Mutter Theresa geniesst heute noch den Stellenwert, den sie einst hatte?

Die jungen Aktivisten dürfen sich nun darin bestärkt fühlen, für Remedur zu sorgen – mit dem Segen scheinheiliger Juristen.

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2 Kommentare zu “Denkmalzerstörung in Bristol bleibt straffrei. Ein klares Signal an Vandalen: Nur zu, es hat noch mehr davon!”

  • Ulrich J. sagt:

    Dieselben Leute, die das Schleifen von Denkmälern oder Erinnerungen im Rahmen von „Black lives matter“ bejubeln oder auch nur gutheißen, merken garnicht, dass sie sich geistig nicht von den Taliban bei der Sprengung der Buddha-Statuen, des IS bei der Zerstörung der Ruinenstadt Palmyra oder der SED beim Schleifen der Potsdamer Garnisonskirche unterscheiden. „Wenn ihr die Denkmäler stürzt, schont die Sockel: Sie könnten noch gebraucht werden.“ (Stanislaw Jerzy Lec)

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  • AntonHofnarr sagt:

    "Black Lives Matter" = der nicht nur tolerierte, sondern sogar geförderte Rassismus.

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