07. Oktober 2021
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Ralf Schuler

Polit-medialer Hühnerhaufen: Aus den Koalitionsgesprächen drangen Interna an die Öffentlichkeit. Warum empören sich bloss alle darüber?

Aufregung im Berliner polit-medialen Hühnerhaufen: Aus den Koalitionsgesprächen wurden Interna durchgestochen und das auch noch an die schlimme Bild-Zeitung. 

Politiker empören sich: «Es nervt» (Johannes Vogel, FDP), «miese, charakterlose Nummer» (Karin Prien, CDU), und selbst Journalisten-Kollegen zwitschern böse auf Twitter, wie unverantwortlich solche Indiskretionen doch seien.

Ernsthaft jetzt? 

Ausgerechnet jene, die sonst Whistleblower als wichtige Stützen von Demokratie und Transparenz loben, ergaunerte Daten-Leaks und Panama Papers feiern, fühlen sich auf einmal liebevoll in Politiker ein, die ungestört im Hinterzimmer verhandeln wollen? 

Für Ampel und Deutschland, Augen zu zum Gebet!

Schon im Wahlkampf rieb man sich erstaunt die Augen, als selbst Leitartikler der FAZ sich über die Sticheleien von CSU-Chef Markus Söder gegen Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) erregten. Journalisten empfehlen Parteien «Geschlossenheit»? 

Taktisches Schweigen und parteisoldatischer Gleichschritt, eingefordert ausgerechnet von der vierten Kontroll-Gewalt? Es ist was faul im gemütlichen Medienpark.

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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1 Kommentar zu “Polit-medialer Hühnerhaufen: Aus den Koalitionsgesprächen drangen Interna an die Öffentlichkeit. Warum empören sich bloss alle darüber?”

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