22. November 2021
Matthias Matussek

Philosoph Precht verteidigte heldenhaft jene, die am Sinn und Zweck der Corona-Impfung zweifeln. Nun krebst er zurück

Wir hatten jüngst an dieser Stelle kurzfristig davon Abstand genommen, den Podcastern David Precht und Markus Lanz («du David, wo bist du gerade?» – «du Markus, wieder am Schreibtisch») aus Gründen verschärfter Schwafelei und unerträglicher Harmlosigkeit kräftig eins überzubraten – und sie stattdessen gerühmt.

Denn plötzlich hatten sie doch Haltung gezeigt: Die beiden Quassel-Strippen hatten ihren schmusigen Pas de deux unterbrochen, um sich heldenhaft für jene stark zu machen, die an Sinn und Zweck der Corona-Impfungen zweifeln und dafür öffentlich unter Druck gerieten – wie der Fussballspieler Kimmich.

Markus Lanz mahnte mehrmals, dass dieser Druck die offiziell dementierte Impfpflicht durch die Hintertüre einführe, und David Precht meinte, er würde seinen Kindern, deren Immunsystem sich doch noch im Aufbau befinde, nie ein solches Zeug in die Adern jagen lassen.

Ergebnis: Ein Shitstorm in Orkanstärke.

Prompt machte der von uns wegen seiner Zivilcourage gerühmte David Precht Männchen in einem dreiseitigen Zeit-Interview und entschuldigte sich für «Laxheiten» und beklagte sich darüber, dass die Deutschen nur schwarz oder weiss kennen würden.

Und nutzte in verwirrendster Weise die Gelegenheit, ganz neue Praktiken im philosophischen Diskurs vorzuschlagen.

Man könnte, so der Philosoph, statt schwarzweiss doch auch einmal «fünfzig unterschiedliche Grautöne» in Augenschein nehmen, besser bekannt als Erotikthriller «Fifty Shades of Grey».

Damit wäre auch der offizielle Diskurs über Nicht-Geimpfte dort, wo er eigentlich hingehört: Im Bereich des Sado-Masochismus. Gerade schlug Fussball-Kommentator Marcel Reiff als Quartier für den Nichtgimpften Kimmich ein Zelt im Garten vor.

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1 Kommentar zu “Philosoph Precht verteidigte heldenhaft jene, die am Sinn und Zweck der Corona-Impfung zweifeln. Nun krebst er zurück”

  • ClaudiaCC sagt:

    Tja, auch linksgrüne Mainstream Systemlinge haben eben einen sehr engen Meinungskorridor, in dem sie sich nur bewegen dürfen und kriegen böse eins übergebraten, wenn sie auch nur einen winzigen Fehltritt ausserhalb der von der Inquisition vorgeschriebenen Gesinnungs-Pfade wagen.
    Um es mit einem bildhaften Vergleich von Roger Köppel auszudrücken : Als Precht merkte, wie eng die vorgeschriebenen Unterhosen sind, hat er sich ins Hemd gemacht ...

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