07. Oktober 2021
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Claudio Zanetti

Pandora Papers & Co.: Die Medien kreieren Probleme, die sie dann in liebevoller Zusammenarbeit mit den Genossen bearbeiten

In «Goldrausch» gibt es diese wunderbare Szene, in der Charlie Chaplin als Tramp Schnee von einer Haustüre zur nächsten schaufelt und jedes Mal für seine Leistung kassiert. Ganz ähnlich funktioniert es zwischen dem Tages-Anzeigerund den Sozialdemokraten.

«Pandora» ist der Name der jüngsten Sau, die sie gerade durch das Dorf jagen. Ein paar illegal erworbene Belege über Steueroptimierung einer Mächtiger und Reicher sorgen für gespielte Empörung.

«Das Parlament setzt den Ruf des Schweizer Finanzplatzes aufs Spiel», klagen ausgerechnet jene, denen «der Ruf des Schweizer Finanzplatzes» sonst am Allerwertesten vorbeigeht. Dann wird nachgelegt: «So laufen die Geschäfte mit Kriminellen – und das Parlament schaut zu.»

Endlich begreifen die Sozialdemokraten, was von ihnen erwartet wird. Freudig springen sie über das hingehaltene Stöckchen, und der Tagi titelt begeistert: «SP geht jetzt auf die Anwälte los.» Und: «Wegen der Pandora Papers wollen die Sozialdemokraten das Geldwäscherei-Gesetz verschärfen. Auch international steigt der Druck.»

Ostern und Weihnachten an einem Tag! FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann murmelt etwas von «Schwarzen Schafen». Doch der rassistische Unterton dieser Bemerkung geht im Taumel der allgemeinen Begeisterung unter.

Es ist, als hätten Chronisten und Akteure das politisch-publizistische Perpetuum mobile erfunden. Millionen an Steuergeld sind da nur noch, was die Kirsche für die Torte ist.

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