26. Oktober 2021
Rolf Hürzeler

Das legendäre «Bellagio» in Las Vegas verkauft seine Picassos. Weil es dringend Geld braucht? Nein, die Kunstsammlung soll diverser werden

Das weltberühmte Bellagio Hotel und Casino in Las Vegas ist zu Recht stolz auf seine Kunstsammlung mit Werken von Künstlern wie Claude Monet, David Hockney oder Andy Warhol.

Jetzt hat das Bellagio allerdings einen Aderlass erfahren: Es verkaufte elf Werke von Pablo Picasso für mehr als 100 Millionen Dollar an einer Auktion.

Darunter ist die Hommage an seine Muse Marie-Thérèse Walter mit dem Titel «Femme au Béret rouge-orange», die allein mehr als 40 Millionen Dollar einbrachte.

Steckt das Bellagio demnach dermassen in den Miesen, dass es das Silberbesteck verscherbeln muss?

Mitnichten wie ein Manager mit dem schmucken Namen Ari Kastrati versichert: «Unsere Kunstsammlung soll noch diverser werden. Mit dem Erlös kaufen wir Werke von Künstlern, denen wegen ihrer Herkunft bisher zu wenig Beachtung geschenkt wurde…»

Mit anderen Worten: Liebe Gäste, der Wert der Kunst richtet sich künftig nach den Kriterien der politisch-kulturellen Vielfalt und erst in zweiter Linie nach der Qualität.

Da hat ein weisser, alter Mann wie Picasso keinen Platz mehr. Ihn wird es im Grab nicht gross kümmern, auch seine Muse Marie-Thérèse wohl nicht.

Es sei denn, sie empfinde als Frau den Verkauf ihres Porträts im Jenseits als diskriminierend.

Doch so weit reicht die Cancel Culture wohl nicht.

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