27. Oktober 2021
Birgit Kelle

Muss man «kontroverse» Meinungen aushalten? Nein, meint ein Sprachexperte im ZDF – und äussert noch mehr sensible Sätze

Alle mit anderer Meinung sind Nazis. Und mit diesen redet man nicht und lädt sie schon mal doppelt nicht ins Fernsehen ein.

Diese Logik ist infantil einfach und stammt von Malcolm Ohanwe, der bunten Allzweckwaffe des neuen deutschen Journalismus-Betriebes, Podcaster für die «Kanakische Welle» und nach Eigenauskunft auch noch Linguist.

Als Sprachexperte beglückte er gerade die TV-Gemeinde für die ZDF-Sendung «13 Fragen» mit seiner Einschätzung, ob man auch mal «kontroverse» Meinungen in Debatten aushalten müsse, mit einem klaren Nein. Legt aber noch einen drauf, Zitat: «Kontrovers ist ein Code, ein Euphemismus für Nazis.»

Ohanwe ist nun schwarz, oder vielleicht auch nicht.

Tagesaktuell müsste man sagen, er sei ein Angehöriger der Gruppe der «BPoCs», dabei handelt es sich um «People of Color» in der «Black»-Variante. Aber auch das ist nur eine These, die ich sofort bereit wäre zu widerrufen, sollte das rassistisch sein.

Zudem sagt er selbst, «PoC» sei nicht synonym mit Schwarz zu sein, sondern eher eine Haltung, synonym mit Opferdasein und gesellschaftlichem Ausgegrenzt-sein. In diesem Sinne ist Weiss-sein also ein Privilegiertenstatus, während «PoC»-sein einen Unterprivilegiertenstatus darstellt.

Vom Sprachexperten Ohanwe und selbsternannten Rächer aller Nichtweissen ist auch dieser sensible Satz überliefert: «Es kotzt mich an, dass pseudo-Liberale Weisse und Nicht-Schwarze gleichzeitig Schwarze und PoC Männer für Femness pseudo-belohnen, weil dann sind sie vermeintlich weniger bedrohlich, 'angepasst', sie aber auch abstrafen, weil sie trotzdem queer- und femfeindlich sind.»

Und wenn sie das jetzt nicht verstehen, sind Sie eben ein kontroverser Nazi.

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6 Kommentare zu “Muss man «kontroverse» Meinungen aushalten? Nein, meint ein Sprachexperte im ZDF – und äussert noch mehr sensible Sätze”

  • Persicus sagt:

    So weit sind wir. Im Land, das über sein Grundgesetz Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit garantiert, ist jeder, der nicht diesen Wirrköpfen folgt, die anderen Menschen jeden Tag neuen Schwachsinn in die Synapsen blasen, ein alter weißer Mann, ein Rechter, ein Antisemit oder ein Nazi. Vernunft, erwache.

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  • AntonHofnarr sagt:

    Entsetzlich, daß meine GEZ-Zwangsgebühren für solch einen Schwätzer total sinnbefreit ver(sch)wendet werden. Muß ich versuchen, solch ein Gesabbele zu verstehen? NEIN, muß ich nicht und deshalb setze ich mich auch nicht damit auseinander. Schlimm, daß mittlerweile offenbar klare Zielvorstellungen nicht mehr schnell und direkt angesteuert werden, sondern erst im Vorfeld jedes Wort seziert und analysiert werden muß, ob es denn ja sämtlichen Anforderungen dieser 'political correctness' genügt.

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  • Imogen Tabbs sagt:

    Als „Nicht-Linker“ muss man von morgens bis abends nicht nur kontroverse, sondern auch völlig hirnrissige Meinungen aushalten. Also nehmt Euch mal ein Beispiel, Ihr woken Schneeflöckchen!

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  • Joerg Sulimma sagt:

    Von dieser Person erwartet man nichts anderes als solche Äußerungen. Viel bedenklicher ist es, daß unsere Kinder in den Schulen nicht mehr lernen, richtig zu diskutieren. Debattierclubs in den Gymnasien ohne kontroverse Meinungen, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Aber wer es nicht lernt, in einer Debatte auch einmal zu unterliegen, weil die andere Seite die besseren Argumente hatte, bei dem fällt dieser verque(e)re Unsinn auf fruchtbaren Boden. Die Segnungen sozialistischer Bildung!

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  • Der Michel sagt:

    Welche hirnzerfressende Krankheit grassiert eigentlich seit einigen Jahren vor allem im westlichen Teil dieser Welt? Und gibt's dagegen eine Spritze?

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