05. Oktober 2021
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Wolfgang Koydl

Norbert Röttgen wünscht sich eine Erneuerung in der Union – mit sich an der Spitze. Es wäre ein Neuanfang, der alt aussieht

Der Mann hat entweder einen Haupttreffer in der Gen-Lotterie gezogen oder ein verhextes Gemälde auf dem Speicher: Er altert einfach nicht.

Kein Fältchen knittert die glatte Haut, mit staunend kugelrunden Kinderaugen blickt er in die Welt. Und erst das süsse Grübchen – ein Wonneproppen.

Wie Norbert Röttgen sieht die Zukunft aus.

Denkt sich der CDU-Mann wohl jeden Morgen selber beim Blick in den Rasierspiegel – und stellt sich an die Spitze der Erneuerer, die seine Partei dringend brauche.

Doch neu ist an Röttgen nur das forsche Selbstbewusstsein, mit dem er sich als neues Gesicht ins Spiel bringt.

Tatsächlich ist die Frischzellenkur gar nicht so frisch. Seit 1994 sitzt Röttgen im Bundestag – damals agierten historische Gestalten wie Clinton, Jelzin und Helmut Kohl.

Gut, noch einer hat sich auch so lange gehalten: Emomali Rahmon, Präsident von Tadschikistan.

Wenn es einen alt- bis ausgedienten Berliner Profipolitiker gibt, dann ist es Norbert Röttgen. Wenn er für Neuanfang steht, dann kann die SPD gleich Olaf Scholz als neues Gesicht verkaufen.

Ups.

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