06. Oktober 2021
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Florian Schwab

Statt Freihandels-Abkommen mit den USA neuer Steuerkrieg: Wird Präsident Joe Biden zum Albtraum für die Schweiz?

Es gibt eine goldene Regel in Beziehungen Schweiz-USA: Republikanische Präsidenten sind gut, Demokraten sind schlecht.

Republikaner sehen in der wohlhabenden Schweiz vor allem ein freies Land und damit einen natürlichen Verbündeten. Demokraten haben stattdessen den Eindruck, beim Schweizer Wohlstand gehe irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu.

Klar, das ist ein bisschen überzeichnet, aber meistens stimmt es: Die Obama-Regierung zerschlug das Bankkunden-Geheimnis mit dem Zweihänder. Vorgänger Bush hatte uns in Ruhe gelassen. Was schon viel ist.

Unter Trump herrschte Tauwetter. Er mochte die Schweiz und intensivierte Kontakte auf höchster Ebene, die in ein Freihandelsabkommen hätten münden sollen. Kürzlich sagte Trumps ehemaliger Vize, Mike Pence, er werde sich zeitlebens für Freihandel mit der Schweiz einsetzen.

Trotzdem: Zahlreiche Schweizer Politiker und Funktionäre hatten die Wahl Bidens euphorisch begrüsst. Angefangen beim Chairman der AmCham, also der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer, deren Daseins-Zweck eigentlich die Wirtschafts-Beziehungen sind.

Verkehrte Welt. Jetzt hat sogar der Tages-Anzeiger gemerkt, dass während der demokratischen Regentschaft die Chance auf Null sinkt: «Biden beerdigt Freihandelsabkommen mit der Schweiz.»

Es wäre an der Zeit dass die Schweizer Polit- und Business-Elite ihre seit Jahrzehnten unerwiderte Liebe zu den US-Demokraten überdenkt. Wir machen uns lächerlich.

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