21. September 2021
René Hildbrand

Modedesigner Kretschmer über Stilikone Merkel: «Jetzt kann sie Mädchen sein: Hurra, ich habe zwei Brüste!»

Oft wurde die deutsche Bundeskanzlerin nur an ihrer Kleidung bewertet.

Ihren grössten Mode-Shitstorm löste Angela Merkel 2008 aus, als sie in der Oper von Oslo ein für sie unüblich tief ausgeschnittenes Kleid getragen hatte.

Der Hosenanzug – meist in kräftigen Farben – ist Merkels Dienstuniform. Sie wirkt darin authentisch.

Gerne trägt die Kanzlerin blau. Mit der Lieblingsfarbe der Deutschen vermittelt sie Sachlichkeit und Harmonie. Bei Gipfeltreffen sticht sie mit ihren farbigen Outfits aus den schwarzen Anzugsträgern heraus. Mode ist längst politisch.

Guido Maria Kretschmer, der berühmte deutsche Modedesigner und TV-Moderator (Vox-Format «Shopping Queen») ist seit sechzehn Jahren ein Fan von Angela Merkel. Für ihn ist die Frau sogar eine Stilikone. 

Am Rande der Berliner Fashion Week und nach der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises sagte er: «Der Hosenanzug war mal lange Weg. Jetzt ist er wieder Mode.» Und ausserdem: «Ich wünsche mir, dass Angela künftig Dekolleté trägt und keiner motzt – was hat sie da an? Jetzt kann sie Mädchen sein: Hurra, ich habe zwei Brüste!»

Sollte der SPD-Spitzenkandidat Kanzler werden, könnte die «Uniform» der Noch-Regierungschefin wieder aus der Mode kommen. 

Grund: Für viele deutsche Wähler ist Olaf Scholz «die Merkel ohne Hosenanzug».

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