17. Dezember 2021
Alles lesen
Wolfgang Koydl

Mit ihrer Dämonisierung der AfD verhöhnen die anderen Fraktionen das Parlament und ihre Wähler

Ein demokratisches Gemeinwesen braucht verbindliche Spielregeln. Ohne sie würden Anarchie und Willkür herrschen.

Im Bundestag gehört dazu, dass jede Partei Ausschussvorsitzende stellt und einen Sitz im Präsidium hat.

Der AfD wird beides verweigert: Der Vizepräsident seit mehr als vier Jahren, der Vorsitz in Ausschüssen seit Neuestem.

Die Begründung: Sie sei keine demokratische Partei.

Dies zu entscheiden wäre freilich – hoffentlich noch immer – Sache der Justiz und nicht des Parlaments. Warum nicht gleich ein Verbot per Kabinettsbeschluss?

Nur zur Erinnerung: Der Bundestag vertritt die Wähler. Alle Wähler. Auch die der AfD. Sie alle haben dieselben Rechte.

Indem sie der AfD diese Rechte verweigern, verhöhnen die «demokratischen» Parteien nicht nur den Bundestag, sondern auch die Bürger.

Nicht mal sitzen wollen sie neben der «Alternative».

Vielleicht sollte sich die AfD lieber weigern, neben ihnen zu sitzen. Wer will schon solche Nachbarn?

273 0

6 Kommentare zu “Mit ihrer Dämonisierung der AfD verhöhnen die anderen Fraktionen das Parlament und ihre Wähler”

  • Christian Schulz sagt:

    Wer Menschen außerhalb der Gesellschaft stellt, keine Roten Linien mehr kennt, wer ein offensichtlich totalitäres Denken hat, wer den Wähler verhöhnt, weil er ihn in Richtig- und Falschwähler unterteilt, wer parlamentarische Regeln missachtet, um den als Feind wahrgenommenen politisch Andersdenkenden zu bekämpfen, statt zu argumentieren, der ist in einem nazistischen Denkschema verfangen.

    10
    0
  • Fischkopp sagt:

    Die anderen Parteien haben eine höllische Angst vor einer Entdämonisierung der AfD. Die Fachkompetenz, welche in der AfD-Bundestagsfraktion vorhanden ist, bietet auch allen Grund dazu. Ein gutes Beispiel dafür ist Martin Hess, dem nun der Vorsitz im Innenausschuss verweigert wurde, welcher 27 Berufsjahre als Polizist vorzuweisen hat, der bei der Polizei studiert und dort auch als Ausbilder gearbeiter hat.

    80
    1
  • Markus1946 sagt:

    AfD , eine Nazipartei? Mit Verlaub - die ist so jung, sie hatte gar keine Möglichkeiten, sich mit Nazi- Figuren aufzuladen. Im Gegensatz zu Altparteien, wo ja gleich nach Kriegsende Mitglieder der NSDAP später Aufnahme in auch heute noch existierende (Regierungs-)Parteien gefunden haben. In den 90er Jahren kam schliesslich noch eine linksradikale Partei hinzu, die davor unter altem Namen mauermörderisch unterwegs war. Die AfD tut gut daran, sich nicht der Gnade der Altparteien anzudienen.

    76
    1
  • stevenswiss sagt:

    Die Mehrheit der Direktmandate für die AFD in Sachsen und Thüringen waren DER Lichtblick der letzten Bundestagswahl. Deutschland erwache!

    98
    4
  • Resistencia sagt:

    Das Verhalten ist alleine natürlich schon kindisch und lächerlich, ansonsten wurde für jeden erkennbar immer schon mit zweierlei Maß gemessen. Da wurden AFD Leute krankenhausreif geschlagen, Autos abgefackelt u. andere Anschläge verübt. Wenn bei repressiv auftretenden Regierungsmitgliedern wenige Leute mit Fackel in der Hand vor dem Haus erscheinen, ja dann wird händeringend noch ein Grundrecht gesucht, welches man noch nicht gänzlich ausgeschaltet hat. Der Nährboden ist also bestens bestellt!

    129
    2
  • AntonHofnarr sagt:

    Wie froh dürfen wir doch alle sein, daß die offiziellen Nachfolger der stalinistischen, mauermörderischen und stasispitzelnden SED wahre und echte Demokraten durch und durch sind ... Gab es jemals größere Verkenner der politischen Situation als all derer, die jetzt links von der AfD im Parlament sitzen? Nebenbei: interessant auch, daß für CDU/CSU Oppsition gegen die Opposition scheinbar wichtiger ist als gegen die Regierung. Ohne AfD der Rest nur Blockparteien ähnlich der "DDR" ?

    115
    2

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.