07. Oktober 2021
Alles lesen
Wolfgang Koydl

Markus Söder beerdigt Jamaika: Die Union sei kein «Ersatzrad» für die Ampel-Koalition. Damit wirft er die FDP Rot-grün zum Frass vor

Markus Söder war schon vieles – Gandhi, Gandalf oder Prinzregent. Seine Karnevalskostüme beweisen es.

Eines aber ist er nicht: Ein Bittsteller.

In dieser Rolle sähe er lieber FDP-Chef Christian Lindner, und diesem Ziel ist er einen grossen Schritt nähergekommen.

Nur vordergründig hat Söder Jamaika beerdigt, als er sich mit einer rot-gelb-grünen Ampel abfand: Die Union sei kein «Ersatzrad», lauere nicht auf Brosamen, die vom Tische fallen.

Söder verzichtet auf die Macht?

Abwarten und eine frische Mass zapfen.

Denn tatsächlich hat er die FDP Rot-grün zum Frass vorgeworfen.

Lindners Fluchtweg ist abgeschnitten. Er kann nicht mehr überzeugend mit Jamaika drohen, falls er sich zu sehr verbiegen muss.

Söder meinte es als Drohung, als er sagte, die FDP müsse den Ampel-Weg «jetzt auch konsequent gehen».

Und wenn die Liberalen doch kalte Füsse kriegen? Dann kriechen sie als Bittsteller zur Union zurück.

Und wenn nicht? Dann ist wenigstens Laschet weg. Söder gewinnt in jedem Fall.

99 0
Loading the player...
«Daily Spezial»
16 Jahre Angela Merkel. Was sie gut machte. Ihr grösster Fehler. Deutschland heute: Eine Demokratie ohne Opposition

4 Kommentare zu “Markus Söder beerdigt Jamaika: Die Union sei kein «Ersatzrad» für die Ampel-Koalition. Damit wirft er die FDP Rot-grün zum Frass vor”

  • Fischkopp sagt:

    Ich bin einfach nur frustriert über die Realitätsfremde und die Ideologisierung in unserem Land. Es gibt eine bürgerliche Mehrheit, warum nutzt man sie nicht? Warum ist sie nicht einmal eine Erwähnung wert?

    5
    0
  • Der Michel sagt:

    Söder ist vor allem eines: Ein Narzisst und Wendehals allererster Güte. Ich weiß nicht, ob er so strategisch denkt wie Sie schreiben - oder ob er einfach nur auf den Kanzlerjob in vier Jahren schielt. Man darf gespannt sein, wie der Trümmerhaufen aussehen wird, den er dann zu übernehmen gedenkt.

    6
    0
  • AntonHofnarr sagt:

    Mich ärgert an den ganzen Koalitionsverhandlungen was ganz anderes: offenbar wollen sich die allerwenigsten eine Regierung OHNE grün vorstellen. Dabei sagen deren 14,8 %, daß nicht einmal jeder 6. sie haben will. Auch will nur ein Viertel der Wähler Scholz zum Kanzler. Was hat das Ganze noch mit demokratischen Mehrheiten zu tun? Mittlerweile ist mir egal, wer die Macht übernimmt, Hauptsache, es geschieht OHNE diese `grünen, weil linksextremistischen Öko-Marxisten.

    44
    0
  • Stefano430 sagt:

    Das ist die Rache des kleinen Mannes

    8
    2

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.