02. November 2021
Matthias Matussek

Markus Lanz und David Precht, sonst erschütternd banal, lassen Bombiges hochgehen: Sie zeigen Sympathie für Nichtimpfer Kimmich. Aus der Kritikerseele flattert ein Schmetterling auf

Eigentlich sollte den beiden ZDF-Quasselstrippen Markus Lanz und David Precht hier reingegrätscht werden in bester Kimmich-Manier.

Wegen ihrer erschütternd banalen Podcast-Quatschereien, die stets mit ihrer Bussi-Bussi-Frage «du, David, wo bist gerade?» beginnt und der «am Schreibtisch, Markus, wo sonst?»-Antwort, als Auftakt zur gegenseitigen Beteuerungen enormer Wertschätzung, auf die das Modewort des Jahres «cringeing», nämlich «Fremdschämen», passt wie nix sonst.

Aber da lassen die beiden tatsächlich Interessantes, Kontroverses, ja geradezu Bombiges hochgehen: Sympathie für den Nichtimpfer Kimmich und seine Zivilcourage.

Precht, dem Sloterdijk nachsagt, er sei der André Rieux der Philiosophie, nur weil er besser aussieht, hält es für eine Unverschämtheit, diesen Druck auf den Fussballer selbst durch den Regierungssprecher aufzubauen und jeden Impfskeptiker als Verrückten zu denunzieren.

Und Markus Lanz? Er schwimmt mit!

Natürlich unter allerhand Einschränken, aber wiederholt nennt er diese Ächtungsdrohung gegen den Fussballspieler eine Impfpflicht durch die Hintertür – womit wir tatsächlich mal eine spannende Stunde mit den ZDF-Barden verbracht hätten.

Precht übrigens würde seine Kinder, deren Immunsystem sich gerade aufbaut, nicht impfen lassen, weil, wie Kimmich so richtig sagt, über die Langzeitwirkungen noch nichts bekannt ist.

Und Makus Lanz echot: «Genau.»

So ist nun aus unsere schwarzen Kritikerseele ein bunter freundlicher Schmetterling aufgeflattert.

Fazit: Shitstorm wegstecken und mehr davon!

Und Markus Lanz: Mal wieder Elke Heidenreich einladen!

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4 Kommentare zu “Markus Lanz und David Precht, sonst erschütternd banal, lassen Bombiges hochgehen: Sie zeigen Sympathie für Nichtimpfer Kimmich. Aus der Kritikerseele flattert ein Schmetterling auf”

  • AntonHofnarr sagt:

    Der interessante Effekt: da kommt jemand wie J. Kimmich, dem bislang von den Mainstream-Medien überwiegend nur Zucker in den Allerwertesten geblasen wurde, mit einem solchen Eingeständnis, das so gar nicht in die Vorgaben einer Corona-Diktatur passt. Jetzt lässt sich besagter J.K. auch nicht in die allseits beliebte Schublade "Nazi" oder Querdenker schließen, und deshalb kommen dann etliche, die sich zuvor im Sinne vereint fühlten, urplötzlich ganz erheblich ins Schleudern. Irgendwie schön ...

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  • Stefano430 sagt:

    Ich glaub ich muss mit 53 auch noch mal Fußballprofi werden.

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  • Manuela1973 sagt:

    Ich sehe hier keinen Grund zum Jubeln. Precht ist für mich ein typischer Wendehals: Solange es nicht um ihn (oder seine Kinder) geht, ist jede harte Maßnahme recht. Sobald es jedoch seine Komfortzone betrifft, geht das Gejammer und Geholze los. Das war bei J.K. Rowling auch nicht anders. Sie hat die freie Rede erst entdeckt, als es ihr ans Transgenderfell ging. Vorher war ihr nichts woke genug.
    Ach ja: Es sind auch die Nicht-Grünsten auf einmal grün, wenn an ihrem Haus eine Straße vorbei soll.

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    • Thomas Fuegner sagt:

      @Manuela,
      Das stimmt haargenau, Richard David Precht hatte vor einem Jahr auch eine andere Meinung – er war Impfgegner, dann befürworte, jetzt hat er sich wieder gewendet.
      Es ist natürlich niemandem verboten, schlauer zu werden als gestern, aber bei Philosophen wünscht man sich schon eine bestimmte Beständigkeit in der Haltung.

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