01. Dezember 2021
Matthias Rüb

EU-Korrektheitswahn: Die Wörter «Weihnachten» und «Maria» sollen verschwinden. Wessen Idee war das?

Kennen Sie Helena Dalli? Na eben.

Die Malteserin ist seit Dezember 2019 die erste Gleichstellungskommissarin der EU. Zuvor bekleidete sie in Valletta mehrere Kabinettsposten in der Regierung.

Vor dem Sprung in die Politik hatte Dalli bei Schönheitswettbewerben reüssiert. Beim Film weniger.

In einer von Dalli initiierten und pünktlich zum Advent veröffentlichten Handreichung zu «Leitlinien der inklusiven Kommunikation» wird Mitarbeitern der EU-Kommission empfohlen, statt Weihnachten besser «Ferienzeit» zu sagen.

In Beispielsätzen sollen Namen wie «Maria» oder «Johannes» gemieden und etwa durch «Malika» und «Julius» ersetzt werden.

Grund: Nicht alle der 447 Millionen EU-Einwohner feierten gegen Jahresende Weihnachten, es brauche «Sensibilität dafür, dass Menschen unterschiedliche religiöse Traditionen haben».

Aber es kommt noch dicker: Die Regierung in Valletta, Malta, deren Mitglied Helena Dalli von 2013 bis 2019 war, ist nach Überzeugung einer unabhängigen Untersuchungskommission massgeblich mitverantwortlich für den Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia vom Oktober 2017.

Eine von der Regierung verbreitete «Atmosphäre der Straflosigkeit» habe zum «Zusammenbruch der Rechtsstaatlichkeit» in dem kleinsten EU-Staat geführt, heisst es im Untersuchungsbericht von diesem Juli.

Dass sich Helena Dalli für inklusive Sensibilität gegenüber einer mutigen Enthüllungs-Journalistin wie Daphne Caruana Galizia eingesetzt hätte, ist nicht bekannt.

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4 Kommentare zu “EU-Korrektheitswahn: Die Wörter «Weihnachten» und «Maria» sollen verschwinden. Wessen Idee war das?”

  • Propagandastaatsfunk sagt:

    Frau Dalli lebt auf Malta und dorthin fliesen viel zu viel EU Gelder und es ist ein Eldorado für Steuerflüchtige, lässt sich gut von dort aus Hetzen.
    Deshalb fordere ich alle Demokraten auf zerschlagt dieses Monster EU, es kostet uns unnötige Steuergelder, wir brauchen nur einen gemeinsame EWG. Nur allein der monatliche Wechsel zwischen Straßburg und Brüssel kostet uns Millionen, Schluss damit, diese Gelder in einem europäischen Sozialfond oder Hilfsfond wären besser angelegt.

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  • Janosh sagt:

    Dalli-Dalli war einst eine Unterhaltungssendung der 'Supergescheiten'. Da liegen Welten zwischen Helena Dalli aus Malta und den Superhirnen. Mit ihrer Forderung leistet die Malteserin der Frauenbewegung einen Bärendienst .

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  • AntonHofnarr sagt:

    Angelehnt an das Buch "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin lässt sich ein solches suizidales Verhalten nunmehr "dank" maßgeblicher Vollpfosten in dieser EU, wie eben jener offensichtlich schizoiden Helena Dalli, auch auf Europa übertragen. HILFE !! Wer stoppt diese irren Gutmenscher?

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  • Lutz Bernhardt sagt:

    So ein "Neusprech", um etwa das Wort "Weihnachten" zu vermeiden, gab es schon einmal. In der DDR 1.0. Damals wurde - neben vielem Anderen - etwa das Wort "Weihnachts-Engel" durch "Jahresend-Figur" ersetzt.

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