25. Oktober 2021
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Wolfgang Koydl

«Kompromissmaschine» Merkel: Obwohl alle 27 EU-Mitgliedstaaten eine Mauer gegen die Flüchtlings-Ströme billigten, wird sie trotzdem nicht gebaut

Wollen Kinder Unannehmlichkeiten nicht wahrhaben, stecken sie die Finger in die Ohren, kneifen die Augen zu, und plärren «Lalala».

EU-Gipfeltreffen zeigen, dass auch Erwachsene nicht immun sind gegen solches Verhalten.

Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft lag den Chefs ein Brief von zwölf Staaten vor, der «physische Barrieren» als «effektive Grenzschutzmassnahme» bezeichnete und rasch «angemessene» Finanzierung dafür aus dem EU-Budget forderte.

Zu deutsch: EU-Geld für eine Mauer. Pronto!

Und, oh Wunder: Alle 27 Mitgliedstaaten billigten den Brief.

Wann beginnt nun der Mauerbau?

So schnell wie möglich, sagen Polen und Balten. Nie und nimmer, sagt EU-Präsidentin von der Leyen: «Für Stacheldraht und Mauern gibt es keine Mittel.»

Hm, entweder jemand kann nicht lesen, oder es ist egal, was geschrieben steht, solange man alles daraus herauslesen kann.

Das ist ein Brüsseler Kompromiss. Die «Kompromissmaschine» Angela Merkel – wie Luxemburgs Premier sie lobte – war denn auch glücklich: Wie gut, dass man sich einig sei.

Brüssel muss sich nicht sorgen: Das wird auch nach ihrem Weggang so bleiben.

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2 Kommentare zu “«Kompromissmaschine» Merkel: Obwohl alle 27 EU-Mitgliedstaaten eine Mauer gegen die Flüchtlings-Ströme billigten, wird sie trotzdem nicht gebaut”

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