11. Oktober 2021
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Ralf Schuler

Kindergarten im Bundestag: Die FDP will nicht neben der AfD sitzen, die Union aber auch nicht nach rechts rücken. Was für ein Dilemma!

«Herr Lehrer, die Alice stört mich immer beim Lernen!»

«Und der Christian schreibt immer ab!»

«Stimmt ja gar nicht.»

«Doooch!»

Schon zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode gab es längliche Debatten über die Sitzordnung im Deutschen Bundestag. Diesmal hat sich die FDP wieder zu Wort gemeldet. Sie will nicht mehr neben der AfD sitzen. Jetzt aber in echt.

Bei dem Streit geht es nicht um die meist lautstarken und reichlichen Zwischenrufe der AfD, die den Liberalen von rechts aufs linke Ohr schlagen, sondern darum, weg vom rechten Rand in die Mitte rutschen zu wollen. Auch im Erwachsenen-Parlament spielt man nicht gern mit den Schmuddel-Kindern.

Die Nach-Merkel’sche Mitten-Union will aber auch nicht nach rechts rücken, und so dürfte es nach der Konstituierung zur Rauferei wie unter Jüngsten im Ältestenrat kommen. Kindergarten, dein Name sei Bundestag!

All das erinnert mich an einen alten Vorschlag von CSU-Urgestein Peter Gauweiler, das Plenum im Parlament nicht nach Fraktionen, sondern alphabetisch zu besetzen, um die Meinungsverklumpung zu vermeiden und die soziale Kontrolle der Anführer aufzubrechen. Interessante Idee eigentlich, aber natürlich chancenlos. Die Herde muss beisammen bleiben…

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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«Daily Spezial»
16 Jahre Angela Merkel. Was sie gut machte. Ihr grösster Fehler. Deutschland heute: Eine Demokratie ohne Opposition

1 Kommentar zu “Kindergarten im Bundestag: Die FDP will nicht neben der AfD sitzen, die Union aber auch nicht nach rechts rücken. Was für ein Dilemma!”

  • AntonHofnarr sagt:

    Worte/Begriffe sind nur Schall und Rauch. Schlußfolgere ich bei der FDP. Frei? Demokratisch?? Ist für mich aus ihrem Verhalten überhaupt nicht abzuleiten. Unterstützt wird das noch durch die Tatsache, daß sie (bis dato) ganz wild dahingehend agiert, aus Gründen der Machtgeilheit eine Koalition mit der Gutmenscher-Bande dieser "grünen" zu bilden. Verehrte FDP, werft einen Blick über die südliche Grenze nach Österreich und seht, wie freiheitliche Politik weit echter und ehrlicher gestaltet wird.

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