21. September 2021
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Alex Baur

Kein Witz: Die Chaoten von der Berner Reitschule geben sich neuerdings staatstragend – und dienen sich der Polizei als Freund und Helfer an

Seit Jahren veranstalten Linksautonome aus dem Umfeld der Reitschule, dem Schweizer Pendant zur Rigaer Strasse in Berlin, regelmässig brutale Strassenschlachten mit der Polizei.

Die offizielle Haltung des subventionierten Kulturzentrums strotzt vor Doppelmoral: Man distanzierte sich zwar von der Gewalt, bot den Gewalttätern aber stets einen sicheren Hafen.

Das Schweizer Corona-Regime hat das Szenarium dramatisch verändert. Die schwarz vermummten Autonomen werden durch die aufmüpfigen Massnahmen-Kritiker, die friedlichen Verfassungs-Freunde und Freiheits-Trychler, von den Gassen verdrängt.

Erfolglos stellten sich letzte Woche Linksautonome Tausenden von Massnahme-Kritikern in den Weg, die zum Bundesplatz zogen. Beim Rencontre wurden einem Trychler zwei Zähne ausgeschlagen.

Doch gemäss Megafon, dem halbamtlichen Organ der Reitschule, waren die Trychler die Aggressoren.

Eine akribische Auswertung von Demo-Bildern soll beweisen, dass mindestens einer der Demonstranten, die am Metallzaun vor dem Bundeshaus rüttelten und von der Polizei durch «Mitteleinsatz» zurückgedrängt wurden, dem harten Kern der Massnahme-Gegner angehört.

Den Trychlern wirft Megafon vor, dass sie die Zaunrüttler nicht stoppten. Ausschreitungen habe es zwar früher schon gegeben in Bern. Doch «die Wut auf die Regierung (und das Bundeshaus als Symbol dafür)» eröffne eine völlig neue Dimension.

Das Juste-Milieu jubiliert: «Super Recherche», «differenziert», «4. Gewalt», «Chapeau!».

Die Reitschüler als staatstragende, zur Vernunft mahnende Kraft, als Freund und Helfer der Polizei – in Corona-Zeiten ist nichts mehr unmöglich.

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