24. August 2021
Matthias Rüb

Kein Kniefall für Afghanistan: Wie der Profi-Fussball eine Riesen-Chance verpasst

Schlimm war der Fussball-Entzug vor dem Fernseher seit dem Londoner EM-Final vom 11. Juli. Sorry Tokio, aber der Kick um die Olympiamedaillen in leeren Stadien hat den cold turkey nicht gelindert.

Aber jetzt sind ja die Profiligen in Europa wieder angelaufen! Sogar mit Zuschauern, was auch das Erlebnis am Schirm fundamental ändert.

Nur haben die Kicker, von der Super League über die Serie A bis zur Bundesliga, eine Riesen-Chance vergeigt. Sozusagen einen Elfmeter mit einem einschlägigen Symbol, ohne gegnerischen Torwart.

Am Hindukusch praktizieren die Islamisten gerade wieder krassesten Rassismus: gegen die weibliche Hälfte des eigenen Volkes, gegen Schwule, gegen religiöse, sexuelle und ethnische Minderheiten.

Aber wo bleibt der Kniefall für Afghan Lives Matter? Und als hypergeladenes Symbol, zugleich für die Gleichberechtigung der Frau und die Ritterlichkeit des Mannes?

Manuel Neuers Kapitänsbinde in den Farben des Regenbogens und der afghanischen Nationalflagge? Fehlanzeige!

Menschen-, Frauen- und Minderheitenrechte sind universal. Das muss auch der Einsatz für sie sein, und wenn es nur einer mit einem inzwischen verbrauchten Symbol ist.

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