28. Oktober 2021
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Ralf Schuler

Bundestagspräsident Schäuble lässt es in seiner letzten Rede noch einmal richtig krachen. Getreu dem Motto: Wenn nichts mehr zu verlieren ist, wird man in der Union mutig

Gut gebrüllt, Löwe! (Shakespeare, «Sommernachtstraum») Nur leider zu spät.

In seiner letzten Rede als Bundestagspräsident hat Wolfgang Schäuble (79, CDU) es noch einmal richtig krachen lassen: Er gab Kanzlerin und Fridays for Future eins mit: Wissenschaft sei nicht nur Konsens, sondern auch «Zweifel und Widerspruch».

Und auch die Quoten-Reiterinnen aller Lager bekamen die längst überfällig Ansage aus dem Bundestagspräsidium: «Jeder Abgeordnete ist ein Repräsentant des gesamten Volkes.» Es sei ein «irriges Verständnis, dass gesellschaftliche Gruppen nur durch ihre eigenen Angehörigen vertreten werden könnten».

Tollkühne Tapferkeit in der Nachspielzeit!

Schäuble, bislang erfahrenster und brillantester Andeutungs-Jongleur und Meister der gezielten Anscheinserweckung, sprach in der Migrationskrise 2015 von einer «Lawine», die losgetreten worden sei und forderte wenig später volle Loyalität für die Lostreterin im Kanzleramt.

Ein klassischer Schäuble: Guter Anlauf, niemals Sprung. Kritische Einsicht, keine Konsequenz.

Wenn es nichts mehr zu verlieren gibt, weil schon alles verloren ist, wird man in der Union mutig.

Wieder mal.

Zurück (in die Oppositon), du rettest den Freund nicht mehr. (Schiller, «Die Bürgschaft»)

Ralf Schuler ist Leiter der Parlamentsredaktion von BILD.
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1 Kommentar zu “Bundestagspräsident Schäuble lässt es in seiner letzten Rede noch einmal richtig krachen. Getreu dem Motto: Wenn nichts mehr zu verlieren ist, wird man in der Union mutig”

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