14. September 2021
Alles lesen
Matthias Rüb

In Budapest blüht das jüdische Leben – trotz der Fake News über die angeblich antisemitische Regierung Viktor Orbáns

Rechtzeitig zu Rosch ha-Schanah und Jom Kippur wurden dieser Tage in Budapest zwei Synagogen wiedereröffnet, nach langen Renovierungsarbeiten.

Bei der Wiedereröffnung ihrer Shul in der Vörösmarty utca tanzten hunderte orthodoxer Juden ausgelassen auf der Strasse.

Juden in Budapest fühlen sich sicher, mit Kippa und auch im Kaftan. Viel sicherer als zum Beispiel in Berlin oder Paris.

Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman lobt die nationalkonservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán für die grosszügige finanzielle Unterstützung bei der Sanierung jüdischer Einrichtungen. Das Verhältnis zwischen Regierung und jüdischer Gemeinde sei allgemein gut, sagt der Diplomat.

Orbán und seine Leute liefern sich eine ruppige Propagandaschlacht mit dem aus Ungarn stammenden US-Milliardär George Soros und dessen Anhängerschar in den Mainstream-Medien. Es geht um die Seele Ungarns und die Zukunft Europas.

Der rechtskonservative Politiker Orbán will starke Nationalstaaten in einer nicht länger übergriffigen EU. Der linksliberale Philanthrop Soros will eine immer stärker integrierte EU mit schwachen Nationalstaaten.

Orbán ist gegen die Migration nach Ungarn und Europa, zumal von Muslimen. Soros verficht eine multireligiöse und multikulturelle Willkommens-Kultur.

Juden in Budapest sind sicher, weil und so lange das Land nach Willen und Weltbild des ungarischen Calvinisten Orbán gestaltet ist, vorab ohne muslimische Masseneinwanderung.

Würde Ungarn nach den Vorstellungen des ungarisch-amerikanischen Juden Soros umgebaut, könnte es bald vorbei sein mit der angstfreien Blüte jüdischen Lebens in Budapest.

Was verbindet Orbán und Soros?

Keiner ist Antisemit. Aber einer wird routinemässig als solcher gescholten.

61 3

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.