10. Januar 2022
Nena Schink

Ich bin Feministin. Aber gegen den zeitgeistigen Opfer-Feminismus à la Sophie Passman hege ich eine tiefe Abneigung

Ich bin Feministin und hege eine Abneigung gegen den Feminismus unserer Zeit.

Macht keinen Sinn? Lassen Sie es mich erklären.

Schriftlich ist das Wort féministe erstmals 1872 im Buch «L’Homme-femme» nachweisbar: «Die Feministen, gestatten Sie mir diesen Neologismus, haben jedenfalls die beste Absicht, wenn sie versichern: Das ganze Übel liegt darin, weil man nicht anerkennen will, dass die Frau ganz auf dieselbe Stufe gehört, wie der Mann und weil man ihr nicht dieselbe Erziehung gibt und nicht dieselben Rechte einräumt wie dem Manne.»

Für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, brenne ich. Was ich verabscheue? Den Opfer-Feminismus à la Sophie Passmann, der berühmten feministischen Autorin.

Jedes Mal, wenn ich etwas von ihr konsumiere, lerne ich was Mann besser kann: «Frauen haben weniger gelernt anzuecken», oder auch «Männer haben Netzwerke, Frauen nicht».

Diese Opferhaltung ist nicht klug. Die Gleichberechtigung erreichen wir nicht, indem Feministinnen Frauen zu Opfern stilisieren und eruieren, welches Geschlecht in welcher Disziplin die Nase vorne hat.

Das ist kein Feminismus. Das ist Schwachsinn.

Ich schreibe jetzt erstmal meinen Eltern eine WhatsApp: «Guten Morgen ihr zwei Feministen, Danke, dass ihr mich von klein auf gelehrt habt, dass anecken eine Errungenschaft ist.»

98 1

2 Kommentare zu “Ich bin Feministin. Aber gegen den zeitgeistigen Opfer-Feminismus à la Sophie Passman hege ich eine tiefe Abneigung”

  • pexy2711 sagt:

    Meine Mutter, 1944 im Ostteil geboren, 3 Kinder großgebracht, 8 3/4 Stunden am Tag gearbeitet, nebenbei 3 Ferienwohnungen vermietet und einen Haushalt geführt, lacht sich heute noch schlapp über Frauen im Westen deren Beruf Hausfrau und Mutter war. Ich möchte hier bestimmt nicht die DDR hochjubeln, aber Diskriminierung von Frauen war ein unbekanntes Phänomen. Ausnahmsweise war die sog. Zone da mal um Längen voraus

    2
    0
  • Chaplette sagt:

    Sophie Passmann eine „berühmte“ feministische Autorin? Also wirklich nicht. Eher ein vorlautes Mädel..

    22
    9

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2022 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.